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Archiv für Dezember, 2010

Mangan über Gently

11. Dezember 2010 4 Kommentare

You read a James Bond book — is Daniel Craig, is Sean Connery or any of them how you would actually picture James Bond in your head? No, they’re not, probably. … It’s difficult playing those characters that are so loved by the people who read those books because you almost feel like you’re playing a real person. But not a real person that anyone has ever seen. You’re not going to be everyone’s idea of the character.

Stephen Mangan über die Verfilmung von „Dirk Gently“, wieviel „Sherlock“ in „Dirk Gently“ stecken wird und wie Howard Overmans Script Douglas Adams‘ Texte zwangsläufig ändern muß, schon weil Dirk Gently im ersten Buch erst nach der Hälfte überhaupt auftaucht. Mangan hat schon in einer der Serien-Adaptionen der „Adrian Mole“-Tagebücher die Hauptrolle gespielt, die auf den sehr erfolgreichen Büchern von Sue Townsend beruhten — er sollte also wissen, wovon er spricht.

Little Britain Air ready to depart

10. Dezember 2010 2 Kommentare

Offenbar setzt BBC1 größte Hoffnungen in Matt Lucas‘ und David Walliams‘ neue Sketch-Comedy „Come Fly With Me“, die am ersten Weihnachtsfeiertag abheben soll: gleich acht Trailer laufen derzeit, die meisten mit prominenten Gästen wie Gary Lineker und Ronnie Corbett. Oder eben mit diesem hier:

Wirklich komisch finde ich auf Anhieb die wenigsten — sieht aus wie ein etwas avancierteres „Little Britain“, mit Walliams und Lucas in den üblichen Frauenkleidern. Wer’s mag…

UPDATE Heute im Observer ein großes Feature über „Come Fly With Me“.

Dirk Gently: Erster Trailer

9. Dezember 2010 Keine Kommentare

Douglas Adams, Howard Overman, Stephen Mangan, Daren Boyd: Die Verfilmung von „Dirk Gentlys holistischer Detektei“ (BBC4, 16.12.) steht unter einem guten Stern. Über Adams muß ich wohl keine Worte verlieren, Mangan sehe ich seit „Green Wing“ immer wieder gerne und Boyd hat in „Whites“ brilliert.

Overman wiederum ist der Autor von  „Misfits“, deren zweite Staffel gerade auf dem Weg ist, zur besten Superhero-Serie aller Zeiten zu werden (und nicht nur mich, sondern auch die Frau jedes Mal atemlos zurückläßt, wenn auch letztere aus anderen Gründen) — dazu ein andermal mehr. Er ist allerdings auch der Autor von „Vexed“, einer dreiteiligen Krimi-Comedy, die überhaupt nicht funktioniert hat. Leider ist „Dirk Gently“ von der Anlage her deutlich näher an „Vexed“ als an „Misfits“, aber ich will mal nichts beschreien. Hier ein erster Trailer.

Hitler: 1 ball

7. Dezember 2010 1 Kommentar

Den Song „Hitler Has Only Got One Ball“ kennt in England jedes Kind: Das Spottlied zur Melodie des Colonel Bogey-Marsches (hierzulande fälschlich bekannt als „River Kwai-Marsch“) ist eines der erfolgreichsten Beispiele dafür, wie während des Krieges Humor und Comedy eingesetzt wurden, um den zivilen Durchhaltewillen zu stärken — Propaganda der sympathischen Art. In der Ursprungsversion des Liedes ist es Göring, der nur ein Ei hat, was (angeblich) auf historischen Tatsachen beruht, weil er das andere beim Hitlerputsch verloren hatte (den die Engländer übrigens „Beer Hall Putsch“ nennen).

Wie aber kam es zu diesem Meisterwerk? Die „Armstrong & Miller Show“ liefert eine Erklärung:

RickyLeaks

7. Dezember 2010 2 Kommentare

Einfach so als Pausenfüller: der RickyLeaks-Zuspieler aus einer der letzten „Conan“-Shows.

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Die Reise der Kindsköpfe

3. Dezember 2010 3 Kommentare

99 Gigs vor ingesamt 270 000 Zuschauern haben The Mighty Boosh während ihrer zweiten großen Tournee unter dem Titel „Future Sailors Tour“ absolviert; von September 2008 bis Januar 2009 waren sie durch England und Irland unterwegs. Darüber informiert uns Regisseur Oliver Ralfe zu Beginn seiner Tour-Doku „The Mighty Boosh Live: Journey of the Childmen“, die dieser Tage auf DVD erschienen ist (leider ohne UT).

Das sind aber auch schon die letzten Fakten, die uns der Regisseur zugesteht; wer von den Mighty Boosh-Leuten (Ralfe war selbst als Nebendarsteller zu sehen) eine irgendwie normale Dokumentation erwartet hätte, sieht sich getäuscht. Statt dessen sehen wir Backstage-Clips, gucken dabei zu, wie Rich Fulcher lustige Geräusche macht, Julian Barratt Noel Fielding mit dem Finger Kringel auf beschlagene Taxischeiben malt und Teenagermädchen hysterisch kreischen. Vor allem aber scheint Ralfe eine ausgeprägte Leidenschaft für Barratts Fieldings silberne Stiefel zu haben, er zeigt sie gerne und oft und baut am Ende sogar eine kleine Geschichte um sie herum, in der Barratt Fielding sie für irgendwelche Elfen oder Kobolde im Garten hinterlegt, die ihm im Tausch dafür einen Koffer mit Ideen überlassen. Oder so ähnlich. Kleine eingestreute Animationen im Boosh-Stil geben „Journey of the Childmen“ von Anfang an einen surrealen Touch, und Musik- wie Regie-Kniffe, Montagen und Fast-Forward-Szenen erzeugen durchaus poetische Effekte.

Auf die mittlere und lange Distanz aber fehlte dann zumindest mir doch etwas. Denn so gerne ich die drei Staffeln „Mighty Boosh“ mag (und auch die erste Live-DVD): so in der Wolle gefärbt bin ich nicht, daß mir solche Tour-Impressionen als abendfüllende Unterhaltung schon reichten. Irgendwann stellte sich bei mir das Gefühl ein, daß ich zwar The Mighty Boosh sehe, aber jemand den Dialog durch Musik ersetzt hat: Da fehlte die Geschichte, oder eben wenigstens ein paar Fakten, Hintergrund, irgendwas, das tiefer geht als die Oberfläche, die zwar schön glitzert, aber nach einer Weile nichts wirklich Neues mehr hergibt. Einer Lavalampe zuzusehen, erzielt das gleiche Ergebnis: erstmal hypnotisiert das psychedelische Wabern, aber nach einer Dreiviertelstunde kriegt man Hunger oder schläft ein oder guckt, ob es nicht doch noch was im Fernsehen gibt.

Und so hinterließ diese Große Fahrt der Kindsköpfe bei mir den Eindruck, ich hätte einem Feature aus dem Bonus-Material einer DVD zugesehen (wovon die diversen Ausgaben der letzten Live-DVD ohnehin schon reichlich mitbrachten): Ein Making of, ein Hinter-den-Kulissen oder gar irgendetwas Fangemachtes — nett, aber belanglos. Parerga und Paralipomena. Daß die DVD dann ihrerseits wiederum Extras mitbringt (u.a. Martin Freeman und Noel Fielding Julian Barratt in dem Kurzfilm „HIV — The Musical“) hat es dann auch nicht mehr herausgerissen.

Sorry, ich verwechsle permanent die Namen der beiden Hauptdarsteller. Mein Fehler!