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Archiv für Oktober, 2011

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30. Oktober 2011 Keine Kommentare

„Beavis and Butt-head“ sind wieder da — für eine achte Staffel, nachdem sie vor ziemlich genau vierzehn (!) Jahren vom Sender gegangen sind! Und ich mußte wieder lachen, als wäre es 1993. Wo ich gerne mal mein T-Shirt über den Kopf gezogen und mit den Worten „I need TP for my bung hole!“ im Kreis gerannt bin. Those were the days…

Besser schnell gucken, bevor sie wieder weg sind!

Fantastisch, daß Mike Judge nichts geändert hat — alles ist weiterhin handgezeichnet, von ihm selbst gesprochen und pubertär wie eh und je. Allerdings mit einem Update der Bezüge: Nun geht es weiterhin um Video-Clips, aber auch um Filme (in der ersten Folge etwa die notorischen Vampirfilme unserer Tage) und „Jersey Shore“. Danke, Beavis und Butt-head, daß ich nun endlich auch weiß, wer Snooki ist…

„Downton Abbey“ und „Porn porn porn porn porn porn porn porn porn porn porn porn porn“-Witze (aus der zweiten „B&B“-Folge) direkt nacheinander in einem Blog — toll, diese Postmoderne.

Bungholio?

Spät-edwardianische „Mad Men“

29. Oktober 2011 3 Kommentare

Wenn es irgend ein Fernsehgenre gibt, mit dem ich absolut nichts anfangen kann, dann das des Kostümdramas. Pompös, gestelzt, langatmig, rührselig — das sind nur die ersten vier Adverbien, die mir dazu einfallen. Kostümdrama ist das genaue Gegenteil von Comedy, das Gegenteil von schnell, böse, subversiv.

Soweit die Vorurteile. Die hielten bei mir genau bis „Downton Abbey“.

Natürlich ist auch „Downton Abbey“ (ITV, zwei Staffeln seit 2010) weder schnell noch subversiv. Und doch hat es mich gekriegt — da, wo mich auch „Mad Men“ gekriegt haben.

„Downton Abbey“ spielt zu Beginn der ersten Staffel im Jahre 1912 in einem (fiktionalen) englischen Anwesen in Yorkshire. Earl Grantham (Hugh Bonneville, „Twenty Twelve“) und seine Frau Cora (Elizabeth McGovern) haben drei Töchter, jedoch keinen Sohn, der jedoch als einziger erbberechtigt wäre. Ihr Plan, die älteste Tochter Mary (Michelle Dockery) mit einem entfernten (aber in der Erbfolge nun oben stehenden) Cousin zu verheiraten, wird jäh hinfällig, als zu Beginn der ersten Folge die Nachricht vom Untergang der Titanic eintrifft, auf der auch dieser Cousin unterwegs war. Nun fällt das Erbe an Matthew Crawley (Dan Stevens), einen jungen und bürgerlichen Advokaten aus Manchester, der zu Beginn der zweiten Folge auf Downton Abbey eintrifft — und mit der ganzen altmodisch-edwardianischen Aristokratie rein gar nichts anfangen kann und will.

Doch so wichtig die Ereignisse im Leben der Hochwohlgeborenen sind, so wichtig sind auch die der vielköpfigen Dienerschaft. Auch downstairs spielen sich Dramen ab; auch hier gibt es innerhalb der Kaste strenge Hierarchien, Ambitionen auf ein besseres Leben, Geheimnisse genau wie upstairs. Nur daß die Dienerschaft in der Regel mehr über die Geheimnisse der Herrschaft weiß als umgekehrt.

Es ist, und hier liegen die Parallelen zu „Mad Men“, eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in Großbritannien. Elektrizität und Telefon halten Einzug, erste Automobile beginnen Kutschen abzulösen; nicht mehr alle Frauen sind mit den ihnen zugewiesenen Rollen zufrieden, und auch nicht alle Bediensteten. Vor allem die Bürgerlichen Matthew und seine Mutter Penelope Wilton bringen Unruhe nach Downton: Penelope, Krankenschwester und Witwe eines Arztes, bringt bald frischen Wind in das örtliche Krankenhaus, und Matthew würde am liebsten sofort alle Angestellten in die Freiheit entlassen. Später werden sich der Erste Weltkrieg (der in der zweiten Staffel viel Raum einnimmt) und die Revolution in Rußland ankündigen und Schatten bis ins beschauliche Downton werfen.

Es sind die großen gesellschaftlichen Verwerfungen, die hier im Kleinen reflektiert werden, und Mittel zum Zweck sind dem Autor Julian Fellowes (selbst Aristokrat)  — für eine TV-Serie vergleichsweise große — Sprünge von ein paar Monaten zwischen den einzelnen Folgen. Wie im Zeitraffer sehen wir so Veränderungen im Gefüge, insbesondere in der zweiten Staffel etwa die Folgen des Krieges: Downton wird zu einem behelfsmäßigen Lazarett, sowohl Mitglieder der Herrschaft als auch der Dienerschaft ziehen in den Krieg und kommen nur zum Teil unbeschadet wieder.

Nie aber wird „Downton Abbey“ über derart großen Themen zum Schinken, nie werden Verrat, Intrigen, Betrug und Mißgunst um ihrer selbst willen erzählt, sondern immer, um im Porträt einer vergangenen Epoche diese mit unserer Zeit vergleichbar zu machen: Wo gesellschaftliche Verantwortungen von denen oben für die weiter unten liegen, wer wen braucht, wie sich das Fließgleichgewicht mit der Zeit ändert. Die Gleichheit, die hier gesellschaftlich so erkennbar nicht vorhanden ist, ist in der Erzählung immer gegeben: Sie nimmt die Sorgen des Earl Grantham genauso ernst wie die der Küchenhilfe Daisy, stellt niemanden bloß, zeigt die Fehltritte von höheren Töchtern wie von Laufburschen und wird dabei nie geschwätzig, sondern bleibt in der Narration, in den Dialogen immer zurückhaltend, während die Kamera dafür umso opulentere Bilder einfangen darf. Pro Folge, heißt es, hat „Downton Abbey“ etwa eine Million Pfund gekostet.

Die waren gut angelegt: „Downton Abbey“ feiert international große Erfolge, darunter elf Emmy-Nominierungen 2011 und 92 Prozent Zustimmung bei Metacritic, was einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde als „von Kritikern am besten bewertete Fernsehsendung des Jahres“ mit sich brachte. „Downton Abbey“ ist die erste britische Show, die diesen Rekord aufgestellt hat.

Die erste Staffel „Downton Abbey“ ist auf DVD erhältlich, die zweite demnächst, nach dem Ende der diesjährigen Staffel wird es ein Weihnachts-Special geben, und für nächstes Jahr ist eine weitere Staffel geplant, die dann im Jahr 1920 beginnen wird.

Holy F***ing Circus

21. Oktober 2011 13 Kommentare

Hier ist der ganze Film: „Holy Flying Circus“ (BBC 4), über den ich in Erwartung großer Dinge schon mal berichtet habe: die filmische, aber betont fiktionale Aufarbeitung der Kontroversen rund um „Monty Python’s Life of Brian“ (1979), die in einer Fernsehdiskussion zwischen John Cleese und Michael Palin hie, Malcolm Muggeridge und dem Bischof von Southwark Mervyn Stockwood auf der anderen Seite gipfelte.

Leider ist „Holy Flying Circus“ überhaupt nicht meins, gleichwohl ich das Restwerk des Autors Tony Roche sehr schätze, der nicht nur Teil des Autorenteams von „The Thick Of It“ und „In The Loop“ ist, sondern auch schon für das gerade laufende und recht schöne Comedydrama „Fresh Meat“ (Channel 4) geschrieben hat. Abgesehen von der wirklich verblüffenden Ähnlichkeit des Casts mit den Originalfiguren mochte ich überhaupt nichts an diesem Film, genauso wenig wie ich Leute mag, die minutenlang Python-Szenen (oder irgendwelche anderen Höhepunkte der Comedy) aufführen. Denn das war es im Wesentlichen: Eine Imitation. Ein Versuch, Comedy im Ton der Pythons zu machen. Ranwanzerei also, Fantum, genauso schlimm, wie wenn man einen Film über die „Simpsons“ im Stil der „Simpsons“ machen würde.

Eventuell ist es die fehlende Fallhöhe, die zu solcher Epigonie führt — da soll ja kein Denkmal gestürzt werden. Das ginge auch gar nicht, oder nur mit größten Schwierigkeiten, weil man sich nicht über Menschen lustig machen kann, die sich ihrerseits seit je über Denkmäler lustig gemacht haben. Das geht dann auf der anderen Seite zu einfach, wenn man empörte Christen als komplette Hanswurste inklusive einem Tourette-Trottel, einem Stotterer und einem Mark Heap-Creep zeigt: da stimmt dann zwar theoretisch die Fallhöhe (aufgeblasene, bigotte Christen), praktisch liegen dieses Opfer (heutzutage) aber schon so am Boden, daß man als Satiriker eigentlich Beißhemmungen kriegen sollte.

Dazu kommt ein Skript, das ziellos herumeiert (jaja, schon klar, die Mäander der Pythons), Darren Boyd, der Basil Fawlty spielt statt John Cleese, ein Terry Jones, der gleichzeitig die Ehefrau von Michael Palin ist, ach Gott. Es nimmt mich nicht wunder, daß die überlebenden Pythons sich von „Holy Flying Circus“ distanziert haben (allerdings weniger aus künstlerischen Gründen als aus solchen der historischen Genauigkeit) und John Cleese die BBC als „talentfreie Zone“ beschimpft hat. Dieses Experiment, diese Hommage (falls es als solche gedacht war) ist nicht gelungen, und ich bin da offenbar eher auf Seiten der Zuschauer, deren Twittereinträge deutlich kritischer sind als die Pressestimmen: Die finden „Holy Flying Circus“ zu meiner Überraschung nämlich tatsächlich eher gut.

„Free Agents“ (US) eingestellt. „Simpsons“ gehen weiter

8. Oktober 2011 Keine Kommentare

Schlechte Nachricht für Hank Azaria: Sein US-Remake der britischen Sitcom „Free Agents“ (NBC, Britcoms berichtete) ist nach nur drei Wochen abgesetzt worden — zu miese Quoten.

Gute Nachricht für Hank Azaria: Die „Simpsons“ werden um weitere zwei Staffeln verlängert, die Darsteller haben sich mit Fox geeinigt, ohne daß bekannt geworden wäre, wie viel weniger nun in den Taschen der Synchronsprecher landet. Bislang erhielten sie 440.000.- Dollar pro Folge, das war Fox, die mit schlechten „Simpsons“-Quoten zu kämpfen haben, allerdings dramatisch zu viel. Daß die Honorare tatsächlich um 45 Prozent gekürzt worden sind, wie der Sender das verlangt hatte, gilt aber als unwahrscheinlich.

„The Simpsons“: Aus nach 23 Jahren?

5. Oktober 2011 6 Kommentare

Die „Simpsons“ könnten am Ende dieser, der 23. Staffel, wegen finanzieller Differenzen eingestellt werden. Das berichtet Chortle.

Fox, Heimatsender der „Simpsons“, droht damit, die Serie abzusetzen, falls die sechs Haupt-Synchronsprecher nicht bereit sind, einer Kürzung ihrer Honorare um 45 Prozent (!) zuzustimmen. Laut Chortle erhalten sie derzeit acht Millionen Dollar pro Staffel. Das Gegenangebot der Darsteller lautet: Honorarkürzung um 30 Prozent, dafür eine minimale Beteiligung an Merchandising und internationalen Rechten der Show. Das hat Fox seinerseits bereits abgelehnt.

Die Schauspieler Dan Castallaneta (Homer), Julie Kavner (Marge), Nancy Cartwright (Bart) und Yeardley Smith (Lisa) sowie Hank Azaria und Harry Shearer verlangen seit Jahren eine Beteiligung an den Millionenumsätzen des „Simpsons“-Imperiums.

UPDATE Wie DWDL berichtet, haben sich Schauspieler und Studio mittlerweile geeinigt (ohne Details bekanntzugeben); die „Simpsons“ sind um weitere zwei Staffeln verlängert worden.