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Artikel Tagged ‘Monty Python and the Holy Grail’

„Game of Thrones“? „Holy Grail“!

Das dürfte der am besten versteckt Insiderwitz der jüngeren Fernsehgeschichte sein: Dan Weiss, Show-Creator von „Game of Thrones“, und der für die künstlichen Sprachen zuständige Linguist David Peterson haben in der dritten Folge der aktuellen Staffel, „Breaker of Chains“, einige Monty Python-Zitate aus „Monty Python and the Holy Grail“ (1975) untergebracht!

In einer Szene, in der Daenerys Targaryan und ihr Heer eine Stadt belagern und die Stadt-Oberen einen einzelnen Kämpfer vor die Tore schicken, der einen Kämpfer der Gegenseite zum Duell herausfordert, beschimpft dieser Daenerys und die Ihren in der Kunstsprache Low Valyrian. Das wird dann von einer anderen Figur übersetzt — oder eben nicht, denn die Valyrischen Originalworte sind Beschimpfungen aus „Monty Python and the Holy Grail“. Konkreter: was der französische Ritter (John Cleese) zu den Angreifern von den Burgzinnen hinunterbrüllt: „Your mother was a hamster, and your father smelled of elderberries!“

Das jedenfalls schreibt das Blog der HBO-Seite MakingGameofThrones:

HBO: Have you planted any Easter eggs in the show?

David Peterson: One of the biggest is from Episode 3 this season. There’s a scene where the Meereenese rider is challenging Daenerys‘ champion. He’s shouting and Nathalie Emmanuel [Missandei] is translating – but she’s not translating what he’s saying. He’s actually saying a Low Valyrian translation of the French guy’s insults in ‚Monty Python and the Holy Grail.‘ That was [series creator] Dan Weiss’s idea and it was so hilarious that I had to do it.

HBO: Have fans caught on?

David Peterson: They know that something’s going on. Right after that episode aired, I was getting tweets like, „Is he saying a ‚your momma‘ joke?“ Close… But no, he’s actually starting out with, „Your mother is a hamster.“

Nice! Ich hätte gelacht, wenn mein Valyrisch besser wäre.

via

„Fawlty Towers“ geht nicht weg

24. Mai 2009 3 Kommentare

I have been talking for twenty-five years about Fawlty Towers now, and I would not be at all disappointed if it went away and I could forget about it forever.

Das schreibt John Cleese, offensichtlich schwer genervt, 2004 einem jungen Autor namens Lars Holger Holm, als der ihn um ein Vorwort für ein Buch über „Fawlty Towers“ bittet — doch „Fawlty Towers“ geht nicht weg: Cleese muß sich immer wieder zu seinem größten Erfolg äußern, der mittlerweile 30 Jahre zurückliegt. Ein schweres Los, denn die britische Öffentlichkeit hat eine so hohe Meinung von dieser Sitcom, daß die zwölf Folgen der Originalserie noch immer bei den meisten Umfragen auf Platz eins der beliebtesten Britcoms aller Zeiten liegen.

Das hat mich als jungen Monty Python-Fan seinerzeit einigermaßen verwundert, als ich die BBC-Serie entdeckte, deren erste Staffel vor und deren zweite Staffel nach „Monty Python’s Life of Brian“ gedreht wurden: Zu einer Zeit also, als die Pythons in der Form ihres Lebens zu sein schienen, mit dem „Flying Circus“ experimentelle Fernsehcomedy gemacht hatten, wie sie weder davor noch danach je wieder zu sehen war, mit psychedelischen Animations-Links und Filmschnipseln, höchst komischen Gewalttätigkeiten und gewagten Sketch-Strukturen, die keine Pointe zu brauchen schienen; jedenfalls nicht am Ende des Sketchs. Nun machten sie Filme, ebenso ungewöhnliche wie zuvor Fernsehproduktionen, die formell wagelustig waren wie „Monty Python and the Holy Grail“ oder ketzerisch wie „Life of Brian“ — wie paßte da eine so traditionelle, konservative, altmodische Sitcom wie „Fawlty Towers“ ins Bild? Mehr…