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Artikel Tagged ‘Nick Frost’

Die Top-10-Britcoms der 00er-Jahre: Platz 10

10. Oktober 2009 8 Kommentare

Gut, wir haben natürlich erst Oktober ’09. Trotzdem halte ich es für unwahrscheinlich, daß in den letzten Minuten des Jahrzehnts noch eine so brillante Britcom des Weges kommt, daß sie meine eben aufgestellten Top 10 durcheinanderwirbeln wird. Wenn doch: Hurra und herzlich willkommen, brillante neue Britcom!

Vorab und weil natürlich jeder Leser eingeladen ist, seine eigenen Top 10 in den Kommentaren zu posten, noch ein schnelles Wort zu den Regularien: Meine Wertung ist strikt subjektiv, Hauptkriterium war, wenn ich es mir recht überlege, einfach, wie oft ich die betreffende Sitcom gesehen habe, mit wechselnden Mitguckern und allein. Das heißt natürlich, daß die leichter konsumierbaren Serien besser abschneiden als die verqueren, unzugänglicheren; sei’s drum, Komik ist nun mal etwas, das zwischen Menschen stattfindet, und zwischen je mehr, desto besser und lustiger. Strikt war ich nur in zwei Punkten: Dem der Sitcom und dem der 00er-Jahre. Nicht in der Wertung sind Comedy-Dramas, One-Offs, Sketchshows, Filme, Stand Ups, Panel Shows, Clip Shows usw.; und die erste Folge der ersten Staffel muß in den 00ern gewesen sein. Damit scheidet z.B. “Spaced” aus.

Beginnen wir doch mit

Platz 10: “Black Books” (2000 – 2004, Channel 4)topten10

Eines der vielen vorderhand abstoßenden Ekel der britischen Sitcoms regiert seinen Secondhand-Buchladen mit vom Alkohol leicht zittriger Hand: Bernard Black (Dylan Moran), misanthroper Ire in London, schmeißt schon mal einzelne Kunden raus, die Bücher passend zur Couchgarnitur kaufen wollen, oder auch einfach alle Kunden, wenn sie ihm auf die Nerven gehen, und trinkt lieber sieben schöne Flaschen Rotwein. Etwas Licht kommt erst in sein Leben, als er Manny Bianco (Bill Bailey) trifft, der seinen Buchhalterjob hingeworfen hat, um etwas Sinnvolles mit seinem Leben anzufangen — und dann für Black die Buchhaltung macht. Manny ist das genaue Gegenteil von Bernard: Offen, liebenswürdig, hilfsbereit, ein bißchen naiv, und kommt so schon mal in merkwürdige Situationen, wenn er etwa aus dem Buchladen ausreißt, weil er Bernards Launen nicht mehr erträgt, und sich mit einem Fotografen einläßt, der eine etwas merkwürdige Faszination für Mannys Bart entwickelt. Fran Katzenjammer (Tamsin Greig), Besitzerin der benachbarten Schnickschnack-Boutique, gibt der Serie den weiblichen Touch und ist Bernards einziger Freund.

“Black Books” lebte von den surrealistischen Drehbuchideen, die dank Graham Linehans Federführung den Geist von “Father Ted” atmeten und dank Dylan Morans Kontribution düster waren und sich von der Welt angeekelt gaben, und von Slapstick und Sight Gags (hier ein Best-Of), die einen unmittelbar in den Kosmos dieser für britische Sitcom vergleichsweise warmen und herzlichen Sitcom zogen. Diese Wärme und Herzlichkeit strahlten nicht zuletzt Bill Bailey und Tamsin Greig aus, aber auch die zahlreichen Gaststars von Simon Pegg und Nick Frost bis Peter Serafinowicz, die “Black Books” zu einer “Spaced” eng verwandten Serie machten, und wie “Spaced” wurde auch “Black Books” von Nira Park produziert.

Daß “Black Books” nicht weiter oben in meinen Top 10 plaziert ist, ist seiner Nähe zum Mainstream geschuldet: Es ist beinahe ein wenig zu perfekt, zu liebenswert, zu klassisch auch, indem es einer beinah altmodischen Idee von Sitcom entspricht, wie sie Graham Linehan auch später in “The IT Crowd” wieder verfolgt hat. Sitcom in den 00ern dürfte meinen Ansprüchen nach ruhig etwas edgier sein, ein bißchen mehr die Herausforderung suchen und Neues wagen. Dennoch ist “Black Books” aber eine der großen Britcoms seiner Zeit gewesen und immer noch ein perfekter Einstieg für alle, die sich dem Britcom-Kosmos noch nicht zu nähern gewagt haben, weil er so groß und unüberschaubar ist. “Black Books” heißt seine Besucher jedenfalls herzlicher willkommen, als Bernard Black das gerne hätte.

Mörder-Rolle für Simon Pegg

26. August 2009 Keine Kommentare

Simon Pegg, der momentan so gut im Geschäft ist, daß er seine bereits lang angekündigte Autobiographie “Out of ‘Spaced’” um ein Jahr auf Weihnachten 2010 verschieben mußte, hat offenbar noch ein weiteres Filmprojekt angenommen. Er wird, wenn man Dread Central glauben darf, einen der beiden Serienmörder William Burke und William Hare spielen, die Anfang des 19. Jahrhunderts in England mordeten, um die Leichen dem Edinburgh Medical College für anatomische Zwecke zu verkaufen. Regie führen soll John Landis, der das Gerücht um Pegg auch gestreut hat. Hoffentlich spielt nicht Nick Frost den zweiten Killer, so brillant ist der Double Act der beiden nämlich auch nicht, daß ich ihn in jedem zweiten Film mit Pegg wieder sehen müßte.

Zombies FTW!!

17. Juli 2009 Keine Kommentare

Muß ich erst was über “Shaun of the Dead”, “Dead Set”, meine Vorliebe für die Melange von Comedy & Horror sowie Pegg/Frostsche Cameos in Romero-Filmen schreiben, um ein dünnes Alibi dafür zu haben, hier den “Zombieland”-Trailer zu zeigen? Nö, oder?

Top-Plakat auch!

UPDATE

Wie es der Zufall will, gibt’s sogar noch eine Rechtfertigung für diesen Eintrag: Nämlich daß offenbar auch im Vereinigten Königreich ein weiterer komischer Zombiefilm in der Mache ist, für den Noel “Mighty Boosh” Fielding den König der Zombies geben wird: “I Spit On Your Rave”. Ich bin gespannt.

What is (going on with) Pegg & Frost?

13. Juli 2009 Keine Kommentare

Gut, was “Paul” ist, weiß ich: der nächste Kinofilm von und mit Simon Pegg und Nick Frost, den die beiden gerade in New Mexiko drehen und der von zwei britischen SciFi-Comic-Nerds handelt, die in der Area 51 auf einen Außerirdischen treffen und ihm zurück auf sein Schiff helfen — aber wie sehen die denn aus?! Furchtbar, furchtbar! Genaueres in “What is Paul?”, dem produktionsbegleitenden Blog, und in diesem kleinen YouTube-Clip aus eben diesem Blog.

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Pegg & Frost & Spielberg & Jackson

16. Januar 2009 2 Kommentare

Noch weiter rauf kann’s nun kaum mehr gehen: Simon Pegg (“Spaced”, “Shaun of the Dead”) wird zusammen mit seinem Buddy Nick Frost (“Spaced”, “Shaun of the Dead”) in einer Coproduktion von, bitte festhalten: Steven Spielberg und Peter Jackson zu sehen sein. In der Verfilmung der Hergé-Comics “Tim und Struppi” spielen die beiden Tim und Struppi Schulz und Schultz. Das behauptet jedenfalls seit letzter Woche Pegg auf seiner Seite, und die IMDB glaubt’s auch schon. Im Kino ab 2010. Was bitte hat das noch mit Britcom zu tun?!

RomComZom

1. Januar 2005 Keine Kommentare

Mit dem Zombiefilm scheint auch prompt seine Parodie aus dem Grab gestiegen zu sein: Kaum waren Danny Boyles „28 Days Later“ und das Remake von „Dawn of the Dead“ aus den Kinos, floppte in Deutschland der Pennälerstreifen „Die Nacht der lebenden Loser“, während wer mal wieder alles richtig machte? Natürlich, die Briten.

„Shaun of the Dead“ (deutscher Kinostart: 30.12.) heißt der Überraschungs­erfolg von Regisseur Edgar Wright, laut Original-Untertitel eine „Romantic Comedy – with Zombies“ (oder eben RomComZom), die dank origineller Regie-Ideen, einer klug konstruierten Geschichte und glaubwürdigen Schauspielern sowohl eingefleischte Horrorfans als auch Komödienfreunde bestens unterhält. Hauptfigur Shaun nämlich ist eine 1a-Identifikationsfigur für jeden Zombiefilmgucker: Um die dreißig, mit einem perspektivlosen McJob, einer Freundin, die ihn schließlich verläßt, weil sie von einer Beziehung mehr erwartet als jeden Abend im gleichen Pub zu sitzen, und einem dicken Buddy der noch weniger erreicht hat im Leben als er selbst. Ein nicht mehr ganz junger, eher ambitionsloser Mann an der Schwelle zu einer ernsten Lebenskrise also, der er aber mit ausgiebigem PlayStation-Spielen und Alkoholzufuhr mehr oder weniger erfolgreich aus dem Weg zu gehen versucht. Daß in dieser Situation eine ausgewachsene Zombie-Plage über die Stadt hereinbricht, entspricht perfekt der Struktur des klassischen Zombiefilms, und daß Shaun auch diese Krise zu bewältigen versucht, indem er auf seine klassische Problemlösung zurückgreift und sich in seiner Stammkneipe verschanzen will, ist zwar komisch, bricht das Genre aber nicht – und das ist auch besser, denn so funktioniert der Film in doppelter Hinsicht. Je besser man das Genre kennt, desto reicher die Belohnung für den Zuschauer, denn Anspielungen auf und Zitate des klassischen Untotenfilms fehlen ebenso wenig wie, für den deutschen Kinogänger natürlich weniger relevant, diverse Cameo-Autritte britischer Comedy-Prominenz.

Das Team aus Regisseur Wright und den Hauptdarstellern Simon Pegg (in der Rolle des Shaun), Nick Frost und Peter Serafinowicz funktioniert auch deswegen so gut, weil es reichlich Gelegenheit hatte zu üben: Die Figurenkonstellation, der clevere Umgang mit Versatzstücken populärer Filmgenres, die gut geerdeten Storys, die Glaubwürdigkeit des ganzen Unternehmens ist über zwei Staffeln einer preisgekrönten TV-Sitcom namens „Spaced“ erprobt, die jedenfalls via Import auf DVD erhältlich ist, dito „Shaun of the Dead“; eine überlegenswerte Anschaffung, denn die deutsche Synchronisation dürfte nicht annähernd auf dem Niveau des Films sein. Der sollte in Deutschland ursprünglich nur auf DVD erscheinen und ist, so steht zu vermuten, mit entsprechend niedrigem Budget nachvertont worden. Wright und Pegg, die übrigens auch das Autorenteam bilden, arbeiten schon am nächsten Film und haben bereits Cameo-Auftritte in „Land of the Dead“ absolviert, den wiederum Zombie-Gottvater George A. Romero gerade dreht, und Danny Boyle werkelt bereits an „28 Weeks Later“ – dem horror- und comedyaffinen Kinogänger stehen also auch 2005 goldene Zeiten bevor.

(zuerst erschienen in der Humorkritik in TITANIC 1/2005)