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Archiv für April, 2010

Rob Brydon: Fat Man Walking

15. April 2010 3 Kommentare

Rob Brydon ist dick geworden: Acht britische Pfund, gute dreieinhalb Kilo, das Gewicht eines Säuglings also. Shocking! Die gute Nachricht: Er hat währenddessen im Lake District eine Serie mit Steve Coogan gedreht: „The Trip“ soll im Herbst auf BBC2 laufen und Brydon und Coogan quasi als sie selbst dabei zeigen, wie sie Restaurants testen. Das „quasi als sie selbst“ erklärt sich, wenn man erwähnt, daß Michael Winterbottom Regie führt: Er hat Brydon und Coogan in „A Cock and Bull Story“ (2005) schon einmal als quasi sie selbst gezeigt, nämlich als die Schauspieler Brydon und Coogan hinter den Kulissen einer „Tristram Shandy“-Verfilmung. Fragt sich nur, warum Steve Coogan und Rob Brydon („Human Remains“, „Marion & Geoff“, „Gavin and Stacey“) Restaurants testen.

Zugelegt habe Brydon wegen der vielen Szenen in Restaurants, denn die hätten bedeutet: dreimal das gleiche Essen nacheinander, damit man es aus drei verschiedenen Kameraperspektiven drehen kann.

Nix los, Pt. 2

Wie schon kürzlich festgestellt: Es ist ein wenig ruhiger geworden hier im Blog. Man muß ja aber die Schuld nicht immer nur bei sich suchen. These zwei wäre: Es ist ein schlechter Britcom-Frühling bislang. „The Persuasionists“ (BBC3), „The Gemma Factor“ (dito BBC3), „Bellamy’s People“ (BBC2) — alle neuen Comedys des Jahres waren bislang Flops, Totalflops oder Vollkommenindiskutablermistflops. Aktuelle Sachen, die ich gerne sähe, sind eigentlich nur Filme, und die werden es nicht in absehbarer Zeit auf meinen Bildschirm schaffen, fürchte ich.

Woran liegt’s? Zumindest bei „The Persuasionists“ (mit dem von mir geschätzten Adam Buxton) war es der Versuch, auf die Wiederbelebung der „klassischen“ Sitcom zu setzen, Slapstick auf der Bühne, Livepublikum, schrille Charaktere — alles, was kurz zuvor schon bei „Miranda“ (BBC2) mit Miranda Hart schlimm in die Hose gegangen war. Andererseits: Nichts gegen klassische Sitcom — vielleicht hätte die Show unter anderen Umständen ja doch funktionieren können. Man wird es nie erfahren; gerüchteweise allerdings ist „The Persuasionists“ von der Pilotfolge bis zur Serie so stark umgearbeitet worden, daß kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Die Witze seien im Skript gewesen, in der Ausstrahlung hätten sie dann gefehlt, so Buxton, der damit wohl sagen will: Schuld ist die BBC, die dem Erstlingsautor Jonathan Thake ihre Vorstellungen oktroyiert und durch die Bearbeitung des Ausgangsmaterials alle Komik gekillt hat. Soll es schon gegeben haben.

„The Gemma Factor“ könnte ich als „nicht mein Bier“ abtun: Eine Sitcom um eine Frühzwanzigerin in der Kleinstadt, die unbedingt berühmt werden will, egal als was, und einen schwulen besten Freund hat, der ihr dabei hilft. Im Comedy-Guide kommentierte ein Forumsteilnehmer: Wie etwas, das im Kinderkanal laufen könnte, nur mit zusätzlichen Schimpfworten. Kommt hin: Naive Charaktere in bunten Klamotten (wie war das mit „schrillen Charakteren“? Vielleicht ist das ein Anhaltspunkt), dazu ein sinistrer Agent — ich gebe zu, daß ich nicht mehr als zwei Folgen davon ausgehalten habe, aber zu meiner Lieblingsserie des Jahres wäre „The Gemma Factor“ auf keinen Fall mehr geworden.

„Bellamy’s People“ immerhin war ambitioniert. Schon deshalb fällt es mir schwer, es in die gleiche Schublade wie die anderen Shows zu stecken, auch wenn es letztlich nicht wirklich funktioniert hat. Ambitionen sind genau das, was den anderen Produktionen des Frühjahrs fehlt, scheint mir. Denn genau jetzt, zehn Jahre nach „The Office“ und „Spaced“, wäre es Zeit für die nächste Sitcom-Revolution. Zu sehen ist leider noch nichts davon.

Fuck you, LD

13. April 2010 2 Kommentare

Der Lachflash, von dem ich erwartet hatte, daß er meine Bronchien ein bißchen durchlüftet, ist leider ausgeblieben. Aber „Larry David“ und seine „Frisur“ in dieser „Parodie“ auf „Curb Your Enthusiasm“ hat mich immerhin zum Schmunzeln gebracht. Leider nur, bis er den Mund aufgemacht hat.

Der Grund

9. April 2010 3 Kommentare

für die in letzter Zeit etwas reduzierte Schlagzahl an Beiträgen hier im Blog findet sich übrigens hier. Leser in und um München können diese Gelegenheit nutzen, mir mal persönlich zu sagen, was sie so von Britcoms und diesem Blog halten.

At last: „Outnumbered“ geht weiter

8. April 2010 1 Kommentar

Heute abend kehrt „Outnumbered“ (BBC1, 2007 -, 21.30 Uhr) endlich zurück — mit der ersten Folge der dritten Staffel, die, wenn man dem Bildchen auf der offiziellen BBC-Seite Glauben schenken darf, das vertraute Vorstadtheim der Familie verläßt und in London spielt.

Ich bin sehr gespannt, denn „Outnumbered“ lebt entscheidend von den kindlich-spielerischen Improvisationen von Tyger Drew-Honey, Ramona Marquez und Daniel Roche, und sowohl Drew-Honey, zu Beginn der Serie elf, ist nun 14, und Ramona Marquez ist heute neun. Beides entscheidend andere Phasen für Kinder — man stelle sich einen dreizehnjährigen Bart Simpson vor oder eine elfjährige Lisa. Andererseits sind Guy Jenkin und Andy Hamilton gestandene Sitcom-Größen, denen ich erstmal Vertrauensvorschuß einräumen würde; die ersten beiden Staffeln, ich sage es gerne immer wieder, gehören zu den besten Sitcoms der letzten Jahre.

In the News

1. April 2010 4 Kommentare

„Doc Martin“ geht in die fünfte Staffel: ITV hat weitere acht Folgen der Erfolgsserie mit Martin Clunes bestellt; produziert werden sollen sie allerdings erst nächstes Jahr — Ausstrahlung dementsprechend nicht vor Herbst 2011.

„Doc Martin“ ist die Geschichte um einen erfolgreichen Londoner Chirurgen, den eine Blutphobie dazu bringt, eine Stelle als Allgemeinarzt in einem kleinen Dorf an der Küste von Cornwall anzunehmen, wo sein misanthropes Wesen auf den rauhen Charme der Eingeborenen trifft. Das sehr familienfreundliche ComedyDrama ist in jeder Hinsicht erfolgreich: das Original wird in über zwei Dutzend Ländern in aller Welt ausgestrahlt, außerdem gibt es eine spanische und eine deutsche Adaption („Doktor Martin“ mit Axel Milberg). In England gilt die Serie wegen ihrer schönen Aufnahmen von Port Isaac und Umgebung zudem als reinste Touristenwerbung für Cornwall. Wer keinen großen Wert auf edginess legt, sondern einfach gut unterhalten werden will, dem seien alle vier Staffeln sehr empfohlen.

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Auch „Benidorm“ wird, ebenfalls von ITV, mit einer weiteren, der vierten Staffel bedacht. Allerdings werden sowohl Johnny Vegas („Ideal“) als auch Nicholas Burns („Nathan Barley“) nicht mehr mit von der Partie sein, wie The Sun berichtet. Vor der sechsteiligen Season wird es aber noch ein weiteres Special geben.

Die Ensemble-Sitcom um vorrangig prollige Briten auf All-Inclusive-Urlaub in Spanien hat sich im Laufe der ersten drei Staffeln ordentlich gemacht: Nachdem ich die erste Staffel noch eher mau fand, war insbesondere die letzte, dritte überraschend gut; nicht zuletzt, weil die Produzenten das Format auf die längere ComedyDrama-Laufzeit geändert haben. Empfehlung für Freunde guter Cringe Comedy.

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Noel Fielding hat enthüllt, wo der geplante Mighty-Boosh-Film spielen wird: nämlich in der Arktis. Am liebsten, so Fielding, würden sie gleich eine ganze Filmtrilogie in Angriff nehmen, allen: mit der Finanzierung hapert es. Toi, toi, toi, daß das Duo seine ganzen Projekte auch verwirklicht kriegt: Neben den drei erwähnten Filmen soll es nämlich noch ein „Rocky Horror Picture Show“-artiges Musical und natürlich ein Album geben. Wird schon, so Fielding, der einen Weg gefunden hat, viel Zeit zu sparen: nämlich indem er einfach zu weniger Partys geht.