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Archiv für Juli, 2010

Pausenmusik: Geraldine McQueen – „Once Upon a Christmas Song“

Nur noch soundsoviele Tage bis Weihnachten! Höchste Zeit für ein Weihnachts-Video: Geraldine McQueens „Once Upon a Christmas Song“, ebenso wie ihr „Winner’s Song“ geschrieben von Gary Barlow (jedenfalls die Musik), ebenso wie der „Winner’s Song“ eine Parodie — in diesem Fall auf die zur Weihnachtszeit ubiquitären, nun ja, Weihnachts-Songs. Der Song schaffte es in Großbritannien bis auf Rang fünf der Single-Charts. Kein Wunder, er ist gleichzeitig lustig und gut! Und dürfte deshalb der Song sein, den ich am häufigsten hintereinander gehört habe, bei einer gewissen Silvesterfeier vor zwei Jahren.

Urlaubsvideo: Airship Carvanning

15. Juli 2010 1 Kommentar

Was ist schneller: Ein Lamborghini Gallardo… oder ein Wohnwagen, den ein paar Irre zu einem Wohnwagen-Zeppelin umgebaut haben, um damit den Luftraum über Norfolk unsicher zu machen?

Ab morgen läuft „Top Gear“ übrigens tatsächlich auch in Deutschland: Auf Kabeleins um 18 Uhr.

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Pausenmusik: Bill Bailey – Das Hokey Cokey

13. Juli 2010 6 Kommentare

Parodien, deren Original keiner kennt, sind natürlich nur begrenzt lustig. Den „Hokey Cokey“-Song kennt im englischsprachigen Raum jeder, hierzulande aber kein Mensch. Ich glaube, ich weiß auch warum: Außerhalb Deutschlands ist „Hokey Cokey“ ein integratives Mitmach-Lied vor allem für Kinder. Es stammt vermutlich aus dem „Blitz“-erschütterten London der frühen Vierziger und sollte Zusammenhalt und gute Laune fördern. So kennt man es außerhalb von Deutschland:

Die deutsche Version dagegen, wie sie Bill Bailey hier präsentiert (zusammen übrigens mit Kevin Eldon), hat mit dem Frösi-Prinzip („fröhlich sein und singen“),  nun ja, wenig zu tun. Hier ist es: „Das Hokey Cokey“ aus Bill Baileys „Part Troll“-Show.

Urlaubsvideo: Fastest Caravan Challenge

Wie bitte? Läppische 128 mph (206 km/h) beträgt der Weltrekord für das schnellste Wohnwagen-Gespann? Das wird James May vom Wohnwagen-Fachmagazin „Top Gear“ doch hoffentlich schlagen?!


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Geschichte? Schrecklich!

11. Juli 2010 3 Kommentare

Das wird jetzt vielleicht überraschend kommen: Ich halte es für einen Mythos, daß Briten per se mehr Humor hätten als bspw. wir Deutschen. Allerdings denke ich, daß in Großbritannien eine humorvoll-distanzierte Haltung gegenüber den meisten Aspekten des Alltags gesellschaftlich akzeptiert, ja sogar gewünscht ist, während in Deutschland viele Bereiche von Komik und Humor ausgenommen bleiben („Darüber macht man keine Witze.“). Der Deutsche nimmt einfach gerne ernst und braucht oft eine amtliche Ansage, wann es lustig wird („Es darf gelacht werden!“). Deshalb braucht er den Karneval, deshalb arbeiten die typisch deutschen Plakate für Theater-Komödien, Comedy-DVD-Cover usw. mit breit lachenden Gesichtern, die Heiterkeit signalisieren sollen (während in England oft auch Comedy mit ernsten, mit dead pan-Gesichtern beworben wird). Jedenfalls war das mal so — zum Glück hat sich in den letzten Jahrzehnten da viel geändert.

Zu meiner Schulzeit allerdings, um langsam mal zum Gegenstand dieses Textes zu kommen, war z.B. Geschichte ein Fach äußerster Ödnis und Langeweile. Bauernkriege, Reformation, an ein drittes Thema kann ich mich schon nicht mal mehr erinnern, so fad fand ich den ganzen Krempel damals. Schnarch! Wieviel mehr hätte ich gelernt, wenn es jemand verstanden hätte, etwas mehr Witz in den Unterricht zu bringen! Aber im Gegenteil, ich glaube, viele Lehrer haben geradezu einen Wettbewerb daraus gemacht, möglichst trocken, sachlich, nüchtern, grau in grau zu unterrichten, getreu dem Motto: Wir sind nicht eure Clowns, wir sind nicht zur Unterhaltung hier, motivieren müßt ihr euch schon selber. Gräßlich. Als ob es hieße, daß man den Unterrichtsstoff nicht ernst nimmt, weil man ihn nicht nur ernst nimmt! Um nicht unfair zu sein: Ausnahmsweise gab es schon auch Lehrer, an denen Stand Up-Comedians verloren gegangen sind — wer weiß, was aus mir geworden wäre, wenn nicht ein, zwei Deutschlehrer es geschafft hätten, dank Wortwitz und Sprachgewalt bei mir Interesse an Literatur und Sprache zu wecken. Aber Geschichte: Langeweile war eine Achterbahn im Vergleich dazu.

Beneidenswert dagegen: Englische Kinder, denen der Kinderkanal der BBC, CBBC, „Horrible Histories“ näherbringt. So lustig ist diese mittlerweile in der zweiten Staffel befindliche HistoryCom, daß immer mehr Erwachsene verfolgen, was da in kleinen Häppchen über „terrible Tudors“, „groovy Greeks“, „rotten Romans“, „vile Victorians“ und „slimy Stuarts“ berichtet wird. Mit Hauptaugenmerk auf triviale, ungewöhnliche und grausige Aspekte und gerne in Form von Parodien erwecken britische Comedians (u.a. Simon Farnaby [„Mighty Boosh“], Sarah Hadland [„Moving Wallpaper“] und den Stargästen David Baddiel und Alexei Sayle) die Geschichte zum Leben. Und immer, wenn die Gags allzu ausgedacht wirken, hält der Moderator der Show, eine Handpuppen-Maus, ein Schild in die Kamera: „This really happened!“

„This really happened“ — leider nicht in meinem Unterricht damals. Aber immerhin erfahre ich ja nun aus dem Kinderfernsehen, was ich alles verpaßt habe. Danke, CBBC!

Einer geht noch, mehr finden sich bei YouTube:

Other Ted

10. Juli 2010 Keine Kommentare

Kollege Murmel Clausen schreibt:

Für die wenigen Menschen, die mit „Father Ted“ nichts anfangen können, startet am 19. August die US-Sitcom „Better off Ted mit dem unnötigen Zusatz „Die Chaos AG“ auf Comedy Central. Ein US-Ted also, dem ich mit unglaublich viel Freude durch die ausgestrahlten 24 Episoden gefolgt bin. Die Sitcom erzählt das Leben der Angestellten von Veridian Dynamics, einem riesigen Technologie-Konzern mit der Mission „real world solutions for everyday problems“ zu schaffen (Übersetzungsvorschläge bitte in die Kommentare posten). Theodore Margaret „Ted“ Crisp (Jay Harrington), die Hauptfigur, leitet die Abteilung Forschung und Entwicklung, seine Funktion in der Serie besteht jedoch darin, die Moral des Konzerns zu hinterfragen. Dazu steht er zwischen zwei Frauen: Seiner Vorgesetzten Veronica Palmer (Portia de Rossi), einer eiskalten Karrierefrau, wie sie nur von Portia de Rossi dargestellt werden kann, und Linda Katherine Zwordling (Andreas Anders), einem schlagfertigen Mauerblümchen. Die dritte Frau in Teds Leben ist seine Tochter Rose (Isabella Acres).

Dass die Serie von ABC nach der zweiten Staffel in einem Atemzug mit Scrubs, Romantically Challenged und FlashForward eingestellt wurde, ist sehr schade. Zumal noch zwei Folgen in den tiefen Kellergewölben von „77West“ – welch müde Adresse im Vergleich zu NBCs „30Rock“ – schlummern. Ich habe die Charaktere nämlich in mein kleines, einfach gestricktes Herz geschlossen. Gut, Ted ging mir ab und an etwas auf die Moralnuss, doch die beiden Labornerds Phil und Lem (Jonathan Slavin und Malcolm Barrett), Veronica Palmer und die unglaublichen Entwicklungen von Veridian Dynamics waren jede Minute fernsehen wert. Wenn es nach mir ginge, würde das Team rund um den Creator der Show Victor Fresco (u.a. My Name is Earl) weiterhin schnelle Dialoge, subtile Witze und überraschende Plots entwickeln. Aber ich bin ja nicht die ABC.

Zum Vorgeschmack die Outtakes der Folge 21 „“The Impertence of Communicationizing“:

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