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Die WTF?!-Sitcom des Monats

4. Februar 2010 5 Kommentare

BBC3, wo ja gerne mal schräge Sachen für die Klientel zwischen 24 und 35 laufen („Mighty Boosh“, „Being Human“), hat einen Piloten von „This is Jinsy“ bestellt, dessen Trailer selbst Exzentrik gewohnte Zuschauer verblüffen dürfte. Hier ist er:

WTF?! Die zur geplanten Serie gehörende Homepage trägt ebenfalls wenig mehr zur Klärung bei, als daß die Macher offenbar einen gepflegten Knall ihr Eigen nennen und ihn im Fernsehen ausstellen dürfen. Ich werde gerne mal einen Blick darauf werfen. Sprechende Insel, talk to me!

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Trigger Happy TV 2.0

3. Februar 2010 2 Kommentare

Dom Joly hat seinen alten Witz ein bißchen aktualisiert — und er ist immer noch gut:

Oscarnominierungen für Iannucci & Park

3. Februar 2010 10 Kommentare

Keine besondere Spannung empfinde ich dieses Jahr vor den Oscars: Zu sehr dominiert „Avatar“, das Quatschepos um blaue Indianer und leuchtenden Urwald im Xbox-Style. (Mein Vermieter: „Nach fünf Minuten habe ich gedacht: Ausrotten! Alle ausrotten! Her mit den pockenverseuchten Pferdedecken!“)

Allerdings sind zwei britische Comedys nominiert, nämlich Nick Parks letzter „Wallace And Gromit“-Kurzfilm „A Matter Of Loaf And Death“ in der Kategorie Short Film (Animated) sowie Armando Iannuccis „In The Loop“, ein Spinoff von „The Thick of It“, in der Kategorie Writing (Adapted Screenplay). Von beider Konkurrenten habe ich lediglich „District 9“ gesehen, so daß ich kaum beurteilen kann, ob Wallace & Gromit und/oder „In The Loop“ eine Chance haben.

„In The Loop“ ist die Geschichte eines britischen Ministers, der durch eine mehrdeutige Bemerkung zu einem bevorstehenden Krieg im Mittleren Osten in diplomatische Verwicklungen gerät und zum Spielball internationaler Politik wird; sehenswert ist neben Peter Capaldis Malcolm Tucker, der wie in der Serie auch als cholerischer Spin Doctor des britischen Premiers brilliert, vor allem James Gandolfini als US-Militär. An ihrer Seite spielen u.a. Steve Coogan und David „Sledge Hammer“ Rasche, geschrieben haben den Film Jesse Armstrong („Peep Show“), Simon Blackwell, Armando Iannucci und Tony Roche.

Brooker stürmt YouTube-Charts

2. Februar 2010 5 Kommentare

Charlie Brookers Fernsehreport-Parodie aus der letzten „Newswipe“-Ausgabe ist mit mittlerweile fast 8000 Bewertungen der am häufigsten bewertete Clip überhaupt bei YouTube. Das berichtet Metro. Well, dann verlinke ich ihn halt auch noch mal, damit auch meine 80 Leser ihre Wertungen abgeben können!

https://www.youtube.com/watch?v=YtGSXMuWMR4&hl=de_DE&fs=1&

„I’d been disguised though, wasn’t I?“ – „Yeah, but as a terrorist!“

30. Januar 2010 2 Kommentare

Warum kriege ich immer Bauchschmerzen, wenn hierzulande über Satire und Islam debattiert wird, noch bevor ich das Wort „Karikatur“ höre? Und warum liegt der Fall völlig anders, wenn ich von einer britischen Komödie erfahre, die vier islamische Selbstmordattentäter in spe zum Gegenstand hat? Die zweite Frage ist leichter zu beantworten: Ich habe den Trailer zu Chris Morris‘ „Four Lions“ gesehen.

https://www.youtube.com/watch?v=dZVfyQyu9RY&hl=de_DE&fs=1&

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Können Tiere lustig sein?

29. Januar 2010 3 Kommentare

Clipshows genießen zu Recht den schlechten Ruf billig produzierter Fernseh-Dutzendware: Es gibt sie schon, seit Videokameras so günstig wurden, daß der Durchschnittsverdiener sich eine leisten konnte – also etwa seit Martin Luther, der nur zufällig nicht dabei gefilmt worden ist, wie er sich ordentlich auf den Daumen gehämmert hat, als er seine Thesen an die Kirchentür nageln wollte. Alle anderen Mißgeschicke von kleinen Kindern, Sportlern, Tieren und Autofahrern aber sind auf VHS bzw. seit dem Ersten Weltkrieg zusätzlich digital dokumentiert worden und werden seitdem auf diversen Fernsehkanälen regelmäßig verklappt. Damit auch der dümmste Zuschauer merkt, daß da ohne jeden finanziellen Aufwand Sendezeit gefüllt werden soll, bemühen sich die meisten Shows dieser Art, auch für Moderatoren, Off-Sprecher, Kulissen und Autoren möglichst kein Geld auszugeben.

Dabei ließe sich selbst aus einem ermüdenden Format wie diesem noch etwas machen. Man müßte lediglich die von Zuschauern hausgemachten Wackelfilmchen durch sagenwirmal hübsch gefilmte BBC-Wildlife-Aufnahmen mit Gorillas, Haien, Pandas und Pinguinen ersetzen und ein paar talentierte Comedians damit beauftragen, sich komische Synchronisationen für die Viecher auszudenken. Wie komisch könnte diese Show sein!

Ohne weiteres ließe sich ein Running Gag denken, bei dem ein Murmeltier immer und immer wieder seinen Kumpel Alan ruft, einige Dachse, die sich geschäftig am Bauch kratzen, was mit entsprechenden Soundeffekten sehr nach dem Scratchen von Hip-Hop-Platten aussähe, oder eine Gruppe von Haien, die ihre Mäuler zu »Bohemian Rhapsody« auf- und zuklappen. Pupsende Gorillas, Frösche, die ein Unterwasserorchester dirigieren, Talentshows mit Pinguinen – alles wäre möglich! Habe ich schon das Murmeltier erwähnt, das »Alan« rufen könnte, »Alan! Alan! Alan! Alan! Alan«?

Natürlich würde diese Show auch davon profitieren, daß verblüffendes Filmmaterial zum Einsatz käme, wie man es auch in aufwendigen Dokumentationen findet: von seltenen Echsen, ungewöhnlichen Raupenprozessionen durch die Wüste oder miteinander rangelnden Giraffen. Wenn man dann noch ein paar prominente Gastsprecher auftriebe, vielleicht Tom Jones, Stephen Fry und Ozzy und Sharon Osbourne – fertig wäre eine familienkompatible BBC1-Samstagnachmittagsshow namens »Walk On The Wild Side«, die man ab Februar auf DVD per Import ordern könnte. Ein Traum!

Zuerst erschienen in der Humorkritik in TITANIC 2/2010.

Leider ist der Erscheinungstermin der DVD auf unbestimmt verschoben; möglicherweise, weil sie zu Beginn der zweiten Staffel „Walk on the Wild Side“ herauskommen soll.