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Artikel Tagged ‘Off the Hook’

Comedy im 1. Semester

12. September 2009 1 Kommentar

Die BBC-Kinderparty geht weiter: Wie schon „Lunch Monkeys“ (wir berichteten gestern) ist auch „Off the Hook“ (ebenfalls BBC3) an den Fernsehnachwuchs gerichtet, der sich eben noch über die „Inbetweeners“ gefreut hat — dieser Vergleich drängt sich hier noch stärker als bei „Lunch Monkeys“ auf, denn „Off the Hook“ ist die direkte Fortsetzung der Abenteuer einer Schülerclique und dreht sich um das Leben an der Uni und den frisch immatrikulierten Danny sowie seinen (mal wieder) dicken Kumpel Shane. Ach so, und dann spielt auch noch der eine aus den „Inbetweeners“ mit (James Buckley).

Leider ist „Off the Hook“ wahnsinnig brav, erkennbar von Erwachsenen für Jugendliche geschrieben und ohne wirkliche Lacher. Höhepunkt der ersten Folge: Danny schreibt sich, natürlich um einer Mädchen zu imponieren, für einen Zeichenkurs als Nacktmodell ein (wie peiiiinlich!) und stellt erst, als er splitterfasernackt vor die Klasse tritt, fest, daß diese Woche erstmal Porträtzeichnen dran ist (o neiiiiiiin!!).

Wer will, kann sich die ganze erste Folge bei YouTube anschauen, bis die BBC was merkt — ich wüßte aber nicht, warum man das tun sollte. Zumindest nicht, solange man noch irgendwo Sue Townsends „Adrian Mole“ herumliegen hat, als Buch oder verfilmt: Damit habe ich mich zu diesen Zeiten jedenfalls sehr viel eher identifizieren können als mit diesem oberflächlichen Zeug hier.

BBC3 jetzt mit Büro-Kindergarten

11. September 2009 Keine Kommentare

Who let the kids out?! Zwei neue Sitcoms auf BBC3 — und beides Teen-Formate? „Das finde ich nicht gut!“ (Helge Schneider)

„Lunch Monkeys“ porträtiert eine Handvoll Schulabgänger, die sich ganz gegen ihren Willen in einer unfaßbar langweiligen Arbeitswelt wiederfinden: In der Post-Abteilung einer großen Anwaltskanzlei. Dort juxen und albern sie den ganzen Tag herum, treten am ersten Arbeitstag mit iPod-Stöpseln in den Ohren beim Chef an, gehen dort gleich noch ans Handy, schreiben eine SMS und beleidigen anschließend seine Frau, die auf einem Schreibtischfoto eher unvorteilhaft rüberkommt — nein, lustiger wird’s nicht. Dazu noch ein Anwaltsschnösel, der drauf und dran ist, sich durchs ganze Büro zu bumsen („just the girls“) und direkt eine der Neuen schwängert, puha. Kinder, die Büro spielen.

Vielleicht ist es der Erfolg von „The Inbetweeners“ (und der von „Gavin & Stacey“, auch wenn letztere schon ein paar Jährchen älter sind). Jedenfalls richtet die Beeb ihre Comedy-Neuentwicklungen nun offenbar in erster Linie an Kinder, möglicherweise in der Hoffnung, die kennen „The Office“ nicht. Oder, wie es Lucy Mangan ausdrückt: „Lunch Monkeys“

broke two of the golden rules of modern comedy. First, don’t set it in an office until memories of Gervais and Merchant’s genius creation have been given at least 30 years to fade. And second, if you do set it in an office, do not include the line: „It just seems like there should be more to life than this.“ It makes people weep, and not in a good, recognition-of-a-timeless-and-immortal-truth kind of way.

Mal sehen, ob wenigstens „Off the Hook“ was taugt, die andere neue Kinder-Sitcoms von BBC3.