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Archiv für Juli, 2012

Bergauf zu den Sternen

23. Juli 2012 5 Kommentare

Wenn man vom Rücken des Berghanges über das kleine (fiktionale) Städtchen Pontyberry sieht, in dem „Stella“ (Sky 1, 2012) angesiedelt ist, bemerkt man zwei Dinge: Wie einfach bis arm das Leben im walisischen Hinterland schom immer gewesen sein muss. Das erkennt man unschwer an den schmucklosen granitgrauen Häuschen, die sich in langen Reihen hügelauf und hügelab in die Landschaft schmiegen, als ob jemand sie zu Ketten aufgefädelt hätte. Und man sieht, wie idyllisch schön es doch in Wales ist: Wie grün das Gras leuchtet, wie anmutig Berg und Tal ineinander fließen, wie absent Glas und Stahl und Werbetafeln sind. Alle sind arm hier, aber alle sind gleich arm, und deshalb spielt die Armut schon gar keine so entscheidende Rolle mehr.

Doch die Armut spielt auch deshalb keine so entscheidende Rolle, weil nicht nur sie die Idylle bedroht. Zwar hat Hauptfigur Stella (Ruth Jones) nur einen prekären Job; sie bügelt für kleines Geld die Wäsche ihrer Nachbarn. Doch das ist keineswegs ihr einziges Problem: Ihr ältester Sohn Luke (Craig Gallivan) sitzt (zumindest zu Beginn der Serie) wegen joyriding im Gefängnis. Ihre beste Freundin und Schwägerin Paula (Elizabeth Berrington) ist Pegeltrinkerin und muss als Inhaberin und Chefin eines Beerdigungsinstituts stets ihren Blutalkoholwert kontrollieren, bevor sie sich hinters Steuer des Leichewagens setzen kann. Stellas Ex Karl (Julian Lewis Jones), ein eher schlicht gestricktes Landei, hat eine superprollige neue Freundin (Karen Paullada), die sich bereits für die Stiefmutter von Stellas Kindern hält. Und Stellas Tochter, die hübsche Emma (Catrin Stewart), ist noch keine 18 und schon schwanger, während sie noch mitten in ihren finalen Schulprüfungen steckt. Was bedeutet, dass Stella demnächst Großmutter wird — mit 42.

„Stella“ wäre jedoch kein britisches Comedydrama, gliche die Show nicht ihr ernstes (und realistisch dargestelltes) Set up durch enorme Wärme, Herzlichkeit und durch und durch sympathische Charaktere aus. So durchschaubar dieses Prinzip englischer Comedy ist, den Grausamkeiten des Lebens mit Humor (und einer stiff upper lip) zu begegnen, und so inflationär es gerade im Moment eingesetzt wird, so gut funktioniert es auch. Ich selbst hatte „Stella“ nach den ersten zwei Folgen für zu süß befunden, aber ich muss mich korrigieren: die Serie ist gewiss harmlos, aber nach ein paar Folgen wächst sie einem enorm ans Herz. Einerseits, weil man die Figuren dann kennt, andererseits, weil auch die Drehbücher besser und besser werden und neben den Gags, die aus den Charakteren entstehen, immer mehr Oneliner und visuelle Scherze dazukommen: Per aspera ad astra, bzw. eben ad stella.

Wie man solche Serien schreibt, weiß Ruth Jones seit dem sehr erfolgreichen „Gavin & Stacey“ (Baby Cow für BBC3 und 1, 2007 – 10), für das sie zusammen mit James Corden verantwortlich war — und wo sie ebenfalls zu sehen war, in der Nebenrolle der stark übergewichtigen und stets mürrischen Nessa. Nicht wiederzuerkennen ist sie allerdings in „Stella“, was nicht nur an den geschätzten 25 Kilo liegt, die sie seitdem abgenommen hat, sondern auch an der Rolle als grundoptimistische, immer gut geerdete alleinerziehende Mutter. Mittlerweile produziert Jones sogar selbst: „Stella“ entstammt ihrer eigenen Firma Tidy Productions. Ein Verlust für Baby Cow, die mit dem ähnlich situierten, aber weniger überzeugenden „Starlings“ (ebenfalls Sky1) deutlich den Kürzeren gezogen haben.

Eine zweite Staffel „Stella“ ist schon unterwegs, die erste auf DVD erhältlich, und diese macht den walisischen Zungenschlag dank Untertiteln auch für durchschnittlich sprachbegabte Menschen verständlich. Wer sich die verregneten und zu kühlen Abende dieses sogenannten Sommers also etwas aufhellen möchte, der lege sich diese kaminfeuerwarme Serie zu: insbesondere weibliche Mitgucker werden es danken.

Emmy-Nominierungen 2012: Am besten nichts Neues

Die Emmy-Nominierungen sind raus, und insbesondere in puncto Comedy hat die Academy alle auch nur ansatzweise innovativen Shows weiträumig umfahren — auch wenn sich etwa Louis C.K. offenbar selbst keinen Gefallen getan hat.

Die (Nominierungs-)Abräumer des Jahres sind zum größeren Teil seit Jahren geläufig: „Modern Family“ (ABC) ist 14 Mal (!) nominiert, „30 Rock“ (NBC) ganze 13 Mal; neben diesen beiden sind noch der Mainstream-Krempel „Big Bang Theory“ (CBS) von Chuck „Two and a Half Men“ Lorre sowie der Klassiker „Curb Your Enthusiasm“ (HBO) als beste Comedyserien nominiert.

Nicht prominent vertreten unter den Nominierungen ist dagegen die für meine Begriffe phantastisch komische Meta-Sitcom „Community“ (NBC), die eine einzige eher versteckte Nominierung für „Outstanding Writing“ erhalten hat (für die brillante Folge „Remedial Chaos Theory“); das gleichfalls hochkomische „Parks And Recreation“ (NBC) ist ebenfalls lediglich für eher abseitige Auszeichnungen nominiert wie „Outstanding Writing“, „Outstanding Special Class – Short-format Live-Action Entertainment Programs“, „Outstanding Sound Mixing For A Comedy Or Drama Series (Half-Hour) And Animation“ (ja, das gibt es wirklich) und, nun gut, Amy Poehler ist nominiert als „Outstandin Lead Actress In A Comedy Series“.

Louis C.K. hat sich, wenn man dem Blogger und Comedy-Veteran Ken Levine Glauben schenken darf, mit der Auswahl seiner eingereichten Folge „Louie“ (FX) ins Knie geschossen:

There were better, funnier episodes he could have submitted. The first one he offered opens with him waiting at a subway platform. There’s a violinist playing furiously for five minutes and a homeless guy showering by pouring bottled water on himself. This goes on endlessly. Then the subway arrives. We see the refuge of New York City. On a seat there is some disgusting sludge. People stare at it. Louie finally gets us, takes off his jacket, and mopes up the disgusting mess. If you’re a LOUIE fan, I’m fan this was all rollicking. But if you’re not, or you’ve heard good things but were sampling the show for the first time, I think by the seven-minute mark you were done.

Immerhin ist auch Louis C.K. wenigstens zweimal nominiert, für Regie und Drehbuch.

Weitere Überraschung dieses Jahr: „Veep“ (HBO) ist prominent vertreten, obwohl Armando Iannuccis Politsatire um die Vizepräsidentin der USA (gespielt von Julia Louis-Dreyfus, auch als Outstanding Lead Actress In A Comedy Series nominiert) für meine Begriffe nicht so recht funkioniert hat: Dass sich Amerikaner so angiften, wie es für Briten selbstverständlich erscheint, will mir nicht recht einleuchten — zu niedrig erscheinen mir die amerikanischen Hierarchien, als dass auf diesem Weg Komik erzeugt werden könnte, wie es in „The Thick of It“ sehr einleuchtend funktioniert hat.

Viel interessanter als die Comedy-Nominierungen aber sind die für Drama: da rangeln mit „Boardwalk Empire“ (HBO), „Breaking Bad“ (AMC), „Downton Abbey“ (wegen der Ausstrahlung auf PBS trotz britischer Herkunft nominiert), „Games of Thrones“ (HBO), „Homeland“ (Showtime) und „Mad Men“ (AMC) gleich sechs Schwergewichte um die Auszeichnung „Outstanding Drama Series“. Favoriten hier „Mad Men“ mit 17 Nominierungen — und „American Horror Story“ (FX). Letzteres bleibt mir unbegreiflich, denn „American Horror Story“ war wirklich Car Crash TV: So schlecht, dass man nicht wegschauen konnte.

Wer noch mehr wissen möchte: DWDL berichtet ausführlich, und hier gibt es ein .pdf mit allen Nominierungen auf ingesamt 40 Seiten. Viel Spaß.

Puppenhalblustig: „Die Wiwaldi-Show“

19. Juli 2012 6 Kommentare

Martin Reinl und seine Hundepuppe Wiwaldi waren für mich früher hin und wieder der Grund, bei „Zimmer frei!“ (WDR) hängenzubleiben: Wiwaldis respektlose Art, die Gäste von Götz Alsmann und Christine Westermann von hinter dem Sofa anzukötern, markierte oft den Höhepunkt der Sendung, die sonst allzu versöhnlich-bieder blieb. Im spontanen Schlagabtausch mit Wiwaldi zeigten sich die „Zimmer frei!“-Gäste nicht selten von einer anderen Seite, die weniger Selbstdarstellung war als der Rest des WG-Interviews. So etwa Christian Tramitz, der versuchte, Wiwaldi als Puppe zu entlarven und Reinl hinter dem Sofa bloßzustellen, was aber komplett auf ihn selbst zurückfiel und Tramitz plötzlich sehr unsympathisch dastehen ließ und kein bisschen überlegen-komisch, wie er sich das wohl selbst vorgestellt hatte.

Nun hat Wiwaldi seine eigene Talkshow „Die Wiwaldi-Show“, und die hat nach einigen Folgen im WDR den Sprung in die ARD geschafft, wo sie am Dienstag, versteckt umd 0:35 Uhr, zum ersten Mal gelaufen ist.

Gäste der ersten Sendung waren Barbara Schöneberger und Hennes Bender, und die Überlegung der Sendungsverantwortlichen, genau diese beiden als erstes einzuladen, dürften gewesen sein: Schöneberger ist lustig und lässt sich auch noch einen gewissen Sex-Appeal nachsagen, Bender ist immerhin noch lustig. Manchmal. Ein bisschen. Also wird die erste „Wiwaldi-Show“ mit diesen beiden Comedy-Nasen super-puppenlustig.

Das aber war die Misskalkulation, die die Show hinter das hat zurückfallen lassen, was sie eigentlich hätte sein können (und was die Stärke Wiwaldis bei „Zimmer frei!“ ausgemacht hat). Denn plötzlich war die Rollenverteilung nicht mehr: ein lustiger, provokativer Moderator und ein herausgeforderter Gast — plötzlich waren alle lustig. Oder versuchten es jedenfalls zu sein. Und Wiwaldi konnte nicht mehr glänzen, sondern war nur noch ein Komiker von nunmehr dreien auf der Bühne. Prompt fehlte die Fallhöhe, und mithin war alle Spannung weg, es könnte irgend etwas Spontanes geschehen, jemand könnte etwas Unvorhergesehenes sagen, das Wiwaldi aufschnappen und durchkauen könnte.

Stattdessen versuchte die Schöneberger, Wiwaldis Scherze noch zu toppen, ließ sich Wiwaldis Baggerversuche gerne gefallen, spielte mit ihrem Sexbombenimage (hat sie das eigentlich wirklich?), und am Schluss durfte sie sogar noch singen. Bender nahm sich dagegen vergleichsweise zurück und versuchte, den straight guy zu geben, der davon überrascht ist, dass er bei einem Quiz antreten muss, bei dem er selbst und sein Leben das Thema ist, nur um gegen sich selbst — in Form einer weiteren Puppe — zu verlieren, weil die alles besser weiß und schon während den Fragen die richtige Antwort reinblökt — eine durchaus komische Idee, schön durchexerziert. Aber halt erkennbar mit einem Comedian, der erkennbar sich selbst spielte und nicht etwa er selbst war, wie die „Zimmer frei!“-Gäste sie selbst waren.

Von den beiden Gast-Fehlgriffen abgesehen war die erste „Wiwaldi-Show“ (ich habe die Folgen im WDR nicht gesehen) ein durchwachsenes hit and miss. Manche Einspieler waren weder originell, noch waren die Scherze neu (ein Senioren-Ehepaar, das verzweifelt versucht, rechtzeitig zur Aufzeichnung der Show im Studio zu sein, und dabei allerlei Schwerhörigkeitsscherze vom Stapel lässt), andere waren tatsächlich recht komisch (Karl Lagerfeld beim Frisör und die immer sehr lustige Figur des „alten Zirkuspferds“ Horst Pferdinand). Den Gastauftritt von Herbert Feuerstein habe ich gerne gesehen, den Sketch mit den zwei Brötchen dagegen nicht; irgendwann sind eben alle Wortspiele gemacht, die man mit Nüssen, Keksen, steifer Sahne, brotloser Kunst, verkrümeln und nixgebackenkriegen so machen kann.

Sollten Wiwaldi und sein Schöpfer Reinl es dagegen gebacken kriegen, mal ernsthafte Gäste in die Sendung locken zu können, würde ich mir gerne noch eine Folge ansehen. Vielleicht mal einen Politiker (wenn es nicht gerade Petra Roth ist) und einen Fußballer? Hauptsache niemand, der versucht, lustiger als der Moderator zu sein.

Titanic und der Papst: Anatomie eines Skandals

13. Juli 2012 36 Kommentare

Nun ist also endlich mal wieder was los.

Es gab eine lange Zeit, von den mittleren Neunzigern bis ins neue Jahrtausend, in der es meistens eher still blieb, wenn die Titanic ihrem Kerngeschäft nachging, nämlich dem Witzemachen, das hin und wieder neben Politik und Medien eben auch Religion betrifft. Dass es nun wieder Wellen gibt, wenn jemand (Titanic) im Gottesdienst pupst und sich der Bischoff (Papst) prompt darüber so aufregt, dass er am liebsten jemanden exkommunizieren möchte, ist ja schön — aber auch wieder nicht. Denn es deutet darauf hin, dass die allgemeine Religionsbegeisterung wieder zunimmt, nicht nur bei Moslems, sondern im Gegenzug und um der vermeintlichen Muslimisierung des Abendlandes etwas entgegenzuhalten, auch bei Christen. Das ist durchaus bedauerlich, weil gegenaufklärerisch. Religiösem Fanatismus begegnet man nicht wirklich klug damit, selbst in die Kirche zu rennen und sich zu radikalisieren (talkin‘ to you, Martin Mosebach!).

Aber Skandale um Scherze auf Kosten der Religion gab es schon immer. Und es ist mit ihnen wie mit Eisbergsalat: Kennste einen, kennste alle. Das sagt sich natürlich leichter, wenn man schon ein paar aus der Nähe gesehen hat, und weil ich bei einigen zufällig anwesend war, möchte ich die Gemeinsamkeiten aller Empörungen nach vermeintlich blasphemischen Witzen kurz beschreiben.

1. Wann ist ein Skandal ein Skandal? Die Titanic mit dem inkriminierten Pipikackatitel lag etwa zwei Wochen lang am Kiosk, bevor jemandem aufgefallen ist, dass man da ja einen veritablen Skandal an der Hand hat. Warum eigentlich erst nach zwei Wochen? Antwort: Weil man bis dahin dachte, es sei ganz normal, dass ein Satiremagazin Satire für Satirefreunde macht.

Ist es ja auch. Es sind stets nur die, die von Anfang an keine Freunde der Satire waren, die sich empören. Die aber müssen erst erreicht werden, und zwar von anderen Medien (Titanic lesen sie ja nicht, aus gutem Grund). Einer der letzten größeren „Skandale“ war der um diese Bilder („Spielt Jesus noch ein Rolle?“) — aber nicht, als sie in Titanic veröffentlicht wurden, sondern in einem Kirchenmagazin. Dort, vor einem Publikum, für das sie nie gedacht waren, sorgten sie prompt für die Wirkung, die beabsichtigt war, nämlich für organisierte Empörung.

So auch hier: Nun erst, nach der Klage des Papstes, sind sich alle einig, was geht und was nicht.

2. Seit Religion in Deutschland weniger Selbstzweck als vielmehr Rüstzeug gegen den bösbösen Islam geworden ist, kommt auch regelmäßig der Anwurf: Das müsste mal einer mit Mohammed machen! Das traut ihr euch nicht, ihr Feiglinge! So im aktuellen Fall etwa von Bild-Wagner, SpOn-Fleischhauer und Kai „Penisverlängerung“ Diekmann. Ob das stimmt, kann man ganz leicht hier, hier, hier, hier, hier und hier überprüfen. — Nein, ich schreibs lieber explizit hin: Es stimmt nicht. Titanic macht Witze über alles, was der Redaktion relevant scheint. Das ist der Islam allerdings nur bedingt — Titanic ist schon ein deutsches Satiremagazin, und in Deutschland ist es nach wie vor in erster Linie das Christentum, mit dem Autoren wie Leser sozialisiert sind.

Und so sehr es Gewohnheit von Bild und SpOn ist, so deutsch es insgesamt auch ist, Witze über „die anderen“ zu machen, am besten über Ausländer, Schwächere und alle, die nicht so sind wie „wir“ — Titanic tut das nicht, sondern kehrt vor der eigenen Haustür. Wäre der Islam tatsächlich in Deutschland so verwurzelt, dass auch in der Titanicredaktion Muslime säßen, sähe die Sache vermutlich anders aus: die würden dann auch regelmäßig Witze über ihre Themen machen.

3. Am deutschsten aber, wenn man das so sagen kann, ist die Diskussion, die sich jetzt schon wieder an den „Skandal“ anschließt und die jedes Mal auf einen so gelagerten Fall folgt: die moralische Bewertung, an die prompt Regeln und Vorschriften geknüpft sind. Dürfen die das? Sollte denen nicht die Satirelizenz entzogen werden? Wo ist die Grenze dessen, was erlaubt ist? Daran schließt sich natürlich die Gegenfrage an: Wer will das entscheiden? Thomas Goppel? Die Grenzen des Witzes lege immer noch Titanic fest, heißt es bei solchen Diskussionen sofort polemisch aus der Redaktion, was natürlich wiederum eine satirische Wendung ist als Reaktion auf die moralische Überlegenheit, die Wagnerfleischhauerdiekmann aus allen Poren tropft.

Da dient dann auch gleich alles zur Empörung: Titanic sei pennälerhaft und pubertär, das seien doch Furzkissenwitze, wie Fleischhauer mosert, nur um im gleichen Atemzug zu behaupten, das seien politische Witze, wie sie das Kabarett pflegt, und die seien von vorneherein nicht lustig. Was denn nun? Da geht doch was durcheinander. Aber die strengsten Urteile fällen nun einmal die am wenigsten humorbegabten Menschen darüber, was komisch ist und was nicht. Zu pubertär, zu politisch, jaaaa, früher, Tucholsky, das war noch Satire! Von Seneca mal ganz zu schweigen. Was gute Witze sind und was nicht, beurteilen stets diejenigen am strengsten, die noch nie einen Witz gemacht haben. Warum aber soll ich Urteile darüber, wie man richtig radfährt und warum man nicht so und so radeln darf, von jemandem entgegennehmen, der selbst noch nie auf einem Fahrrad gesessen ist?

Ich will mich aber über die Pressereaktionen auf den Vorgang Papst vs. Titanic nun nicht selbst empören. Zu gut ist die PR für Titanic, die da kostenlos gemacht wird. Und zu lustig finde ich nach wie vor die Vorstellung, dass der Stellvertreter Gottes auf Erden Titanic liest.

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