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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Peak TV Speak

31. Dezember 2018 2 Kommentare

Nun weiß ja jeder, dass Eskimos ca. 2500 Worte für „langes Wochenende“ haben, New Yorker aber nur ein Wort für „Schnee“. Was aber dringend fehlt sind, meiner Meinung nach, Worte, die Befindlichkeiten und Gefühle ausdrücken, die man als Zuschauer im Zeitalter von Peak TV hat. Insbesondere fehlen mir Worte für

  • das Gefühl, nach einer sehr guten ersten Staffel einer Fernsehserie kein Bedürfnis danach zu haben, die zweite Staffel zu sehen
  • die Verwirrung, die einen beim Beginn einer neuen Staffel überkommt, wenn man bemerkt, dass man mindestens drei Handlungsstränge vergessen hat, obwohl man die Serie bis dahin sehr gut fand
  • das Rätsel, warum eine Serie, wenn man sie mit jemandem gemeinsam ein zweites Mal sieht, nicht mehr so gut ist (oder aber viel besser), denn als man sie alleine gesehen hat
  • überhaupt die Unmöglichkeit, wirklich einschätzen zu können, ob jemandem eine Serie gefällt oder nicht und warum
  • den Moment, in dem einem eine Serie, die man lange gesehen hat, so egal wird, dass man keine weitere Folge mehr sieht, was i.d.R. aber sehr lange gar nicht bemerkt
  • den Eindruck, dass man eine Serie zwar gerne gesehen hat, aber nicht sagen kann, warum und was sie von anderen Serien unterscheidet
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The Life of Eric

21. Dezember 2018 Keine Kommentare

So viel ist schon über Monty Python geschrieben, gesagt und gesendet worden, dass man Eric Idle für das dankbar sein muss, was er in seinen gerade erschienenen Memoiren »Always Look on the Bright Side of Life: A Sortabiography« (W&N, auf deutsch: Hannibal) alles weggelassen hat: nämlich die in den meisten Erinnerungsbüchern langweiligste, bedeutungsloseste, ereignisärmste aller Lebensphasen, die Kindheit. Dabei ist die von Idle sogar eine für Comedians obligatorisch schwere: Er verliert den Vater mit zwei Jahren, als der an Weihnachten 1945 auf dem Heimweg aus dem Krieg bei einem Verkehrsunfall das Leben lässt, die Mutter zieht sich in eine Depression zurück und gibt Eric ins Heim, das er erst mit 19 wieder verlässt. Ein englisches Kinderheim in den Fünfzigern, das bedeutete Frieren und Prügelstrafe – und lebenslangen Hunger nach Wärme, Anerkennung und Narreteien. Immerhin lernt Eric Gitarre zu spielen: »At fourteen I wanted to play guitar very badly. By fifteen I did.«

Schon auf Seite 25 und im Jahre 1964, während des Studiums, sind alle Pythons (bis auf den amerikanischen) versammelt. Und die Analyse ihres Erfolgs fällt bei Idle angenehm bescheiden aus: So anders seien sie nun auch nicht gewesen als andere Comedy Acts, aber divers, denn durch ihre Verschiedenartigkeit sei für jeden Zuschauer etwas dabei gewesen – von Slapstick bis Wortwitz. Sie hätten das Glück gehabt, just an der Schwelle zur farbigen TV-Aufnahme zu stehen, was ihr Material bis heute jung erscheinen lasse. Sie hätten das abermalige Glück gehabt, große Freiheiten bei der BBC zu genießen, und einen klugen Manager gehabt, dank dessen Beratung sie im Besitz aller Rechte an ihrem eigenen Material seien. Und natürlich spielten die sechziger Jahre selbst eine Rolle, die Jahre, in denen das moderne Großbritannien und seine Popkultur entstanden sind und die Eric Idle für sich persönlich bis in die Neunziger hinein verlängerte.

»I have met many people in my life and, sadly, many of them were not famous«, bedauert sich Idle zwischendurch. Aus seiner Freundschaft zu George Harrison und David Bowie sind die unterhaltsamsten Anekdoten überliefert; Mick Jagger und Paul Simon spielen sich, ein Freundschaftsdienst, in den »Rutles« nicht zufällig selbst. Zum Abendessen auf dem schottischen Anwesen des Großkomikers Billy Connolly schneit auch mal royaler Besuch herein, und später, in den USA, zählen Steve Martin, Chevy Chase und vor allem Robin Williams zu Idles besten Freunden. »That’s name-dropping at its finest, as I said to Prince Charles the other day«, aber auch darin findet Idle einen Ton, der seine Erinnerungen nicht unangenehm eitel erscheinen lässt.

Vielleicht auch, weil es regelmäßig um das Ableben geht, zunächst das von Graham Chapman, später das von George Harrison, der erst einen Kampf auf Leben und Tod im eigenen Haus gegen einen Einbrecher bestehen muss, bevor er wenige Monate später dem Krebs erliegt. Ihm folgen Robin Williams, Garry Shandling, Carrie Fisher. Idles wertvollstes Erbstück, der titelgebende Song aus dem »Leben des Brian«, ist seit 2009 auf Platz eins der Charts für Beerdigungssongs im Vereinigten Königreich. Man muss die Briten, so Idle, dafür lieben: nicht nur, dass sie bis ins Grab hinein ihren Sinn für Humor bewahren, sondern auch dafür, dass es überhaupt Charts für Begräbnislieder gibt.

Was aber ist aus dem Leben des Eric zu lernen? »Well, firstly, that there are two kinds of people, and I don’t much care for either of them. Secondly, when faced with a difficult choice, either way is often best. Thirdly, always leave a party when people begin to play the bongos.«

zuerst erschienen in der Humorkritik in Titanic 1/2019

Boris in The Thick of It

27. November 2018 Keine Kommentare

Hahaha! Als hätte Armando Iannucci eine Folge „The Thick of It“ mit Gaststar Boris Johnson geschrieben. „The tyranny of the Twitter feed is relentless“, ich schmeiß‘ mich weg.

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Piloten, die nicht landen konnten

2. Februar 2016 Keine Kommentare

Über zweitausend »unverkaufte Piloten«, also erste Folgen von Fernsehserien, versammelt Lee Goldberg in seinem Standardwerk »Unsold Television Pilots« von 1989, das dieses Jahr in einer überarbeiteten Fassung wiedererschienen ist (bei »Adventures in Television«, als Import erhältlich). Fast 800 Seiten US-amerikanischer Fernsehmagie also — aber solche von leicht angeschlagenen Zauberern, deren Tricks nicht ganz so geschmeidig laufen; wo man den Hasen im Zylinder husten hört, und die Taschentücher, die aus dem Ärmel gezaubert werden, schon ein paar unübersehbare Flecken haben.

Genau darin liegt der Unterhaltungswert dieses brillanten Toilettenbuches. Man schlägt es irgendwo auf, liest zwei oder drei Serienskizzen und fragt sich, wer es jemals für eine gute Idee halten konnte, aus »Breakfast at Tiffany’s« eine Serie mit Stefanie »Hart aber herzlich« Powers als Holly Golightly zu machen. Auflösung: der Sender ABC, der Paramount genau damit 1969 beauftragte. In der ersten Folge sollte Holly Golightly in ein neues Apartment ziehen und, huch!, aus Versehen eine Party mit allerlei schrägen Gästen feiern, die seltsame Dinge treiben. Wer da hätte mitfeiern können!

Interessanterweise spürt man aber gerade durch diese gescheiterten Piloten — manche davon wurden tatsächlich produziert, andere starben bereits in der Entwicklung den Gnadentod — den Zeitgeist der jeweiligen Fernsehepoche wehen. So deutlich, dass man ohne weiteres ein Quiz veranstalten könnte, bei dem man anhand der Inhaltsbeschreibung auf das Jahrzehnt schließen müsste, in dem diese Serie entstanden wäre.

Alsdann: Wann wurde wohl »Triplecross« erdacht, eine Serie um drei ehemalige Polizistinnen, die, von einem dankbaren Milliardär zu Millionärinnen gemacht, stets um viel Geld wetten, wer zuerst den Kriminalfall der Woche löst? Klar, das können nur die Achtziger gewesen sein, in denen ja auch biedere Hausfrauen als Agentinnen arbeiten konnten (»Agentin mit Herz«, CBS). Zu welcher Zeit hätte man wohl einem Taugenichts dabei zusehen wollen, wie er durch die Welt gondelt, sich mit allerlei Tricks über Wasser hält und mit Patience-Karten die Zeit totschlägt? Nie, versteht sich, aber produziert worden wäre dies beinahe im Jahr 1961 (»Solitaire«, Warner Bros.). Und wann kamen amerikanische Produzenten wohl auf die Idee einer Versteckte-Kamera-Show namens »Stake out« – mit echten (!) Raubüberfällen? Und zwar mit solchen, von denen die Polizei im vorhinein Wind bekommen haben sollte? (Auf wöchentlicher Basis — wie hätte das je funktionieren sollen?) So dass die Zuschauer »live on tape« hätten miterleben können, wie Ganoven von der tapferen Polizei von San Diego überwältigt werden? Nein, das wäre wohl nicht mal 1956/57 gegangen, denn auch damals hätten die überführten Verbrecher natürlich ihre Genehmigung erteilen müssen, diese Aufzeichnungen auch auszustrahlen.

Und so sind uns auch luxemburgische Aristokraten erspart geblieben, die mit ihrem Wohnmobil durch die USA reisen, um Artikel über ihre Abenteuer zu schreiben (»Baron Gus«, CBS-Drama, 1961/62), Leonard Nimoy als Rennfahrer, der nach einem Unfall übernatürliche Fähigkeiten entwickelt und fortan Polizei und Regierung hilft (»Baffled«, 1973, NBC) — und auch »Morning Maggie« (1987/88, CBS-Comedy), die lustigen Abenteuer einer Familie, die während der 50er-Jahre eine Radiostation besitzt: Die Mutter als Host der morgendlichen Talkshow, ihr Mann als Nachrichtenredakteur, die Tochter als Produzentin von Soap Operas. Und die ältliche Tante hätte die Musik ausgesucht. Das hätte wohl nicht einmal Hank Azaria (»Simpsons«) gerettet, der schon eingeplant war.

Ewig schade aber wird es sein um »Madame Sin« (ABC, 1972): Bette Davis als auf einem schottischen Schloss residierende Dragon Lady — ein amerikanisches Stereotyp für eine ostasiatische Femme fatale –, die einen früheren CIA-Agenten (Robert Wagner) entführt, ihn mittels Strahlenkanone einer Gehirnwäsche unterzieht und als Mitglied eines hochtechnisierten internationalen Geheimagenten-Kommandos einsetzt. In der ersten Folge sollte er ein Polar-U-Boot stehlen. Das hätte ich zu gerne gesehen!

Manche Serienkonzepte waren ihrer Zeit vielleicht einfach zu weit voraus. Denn woran erinnert noch mal »Miss Brewster’s Millions« (1961/62), eine Sitcom, in der eine Witwe erfährt, dass ihr verstorbener Mann seine Millionen durch Betrügereien gemacht hat, und die anschließend versucht, den Betrogenen das Geld zurückzugeben? Richtig, an »My Name Is Earl«, das von 2005 bis 2009 recht erfolgreich auf NBC lief.

Vielleicht ist »Unsold Television Pilots« also nicht nur Stoff für heitere Minuten, sondern auch eine Fundgrube für die Fernsehmacher von morgen. Mal sehen, was RTL von einem Polizisten hält, der gleichzeitig Vampir ist … oder von einer familiengeführten Raumstation, wo es den letzten selbstgebackenen Apfelkuchen der Welt gibt … oder von einem schwarzen Jazzmusiker und einem weißen Rennfahrer, die entdecken, dass sie Brüder sind … ach, es gibt so viele gute Ideen! Nur halt leider nicht in »Unsold Television Pilots«.

zuerst erschienen in der Humorkritik in Titanic 2/2016

Update: Wie Mark Benecke in einer Email an die Redaktion schreibt, ist mir wohl eines entgangen: Die Geschichte um einen Vampircop gibt es tatsächlich! „Forever Night“ (CBS 1992 – 96), siebzig Folgen, ausgestrahlt unter dem Doofititel „Nick Knight — Der Vampircop“ hierzulande von RTL2. Nicht meinem bevorzugten Sender also, vielleicht erklärt das, warum Nick Knight mir nie begegnet ist.

Some random „Top Gear“ facts

26. Januar 2016 1 Kommentar

Aus dem schönen Buch „And On That Bombshell“ von Richard Porter, dem langjährigen Script Editor der größten Auto-Fernsehshow der Welt:

Auch im „Top Gear“-Team wusste lange Zeit niemand, wer „The Stig“ war — nicht zuletzt, weil sich (zumindest der erste „Stig“) einen falschen französischen Akzent zulegte, um sich nicht durch seine Stimme zu verraten, wenn er dann doch mal ein paar Sätze mit Leuten von der Produktion wechseln musste.

Tatsächlich war es dem Team bei Androhung von fristloser Kündigung nicht nur verboten, die Identität des „Stig“ zu verraten, sondern sogar, sie überhaupt herauszufinden.

„The Stig“ sollte zunächst „The Gimp“ heißen, nach dem maskierten „Gimp“, der auf den geknebelten Bruce Willis in Quentin Tarrantinos „Pulp Fiction“ losgelassen werden soll. Die BBC verbat sich allerdings diese Anspielung, und das Team musste einen neuen Namen finden.

Die legendären Rennen zwischen den „Top Gear“-Moderatoren, etwa um die Frage zu klären, ob man mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto schneller von England nach Südfrankreich kommt, wurden alle tatsächlich durchgeführt. Außendrehs, in denen man die Autos vor der Kamera vorbeifahren sieht, wurden allerdings oft am Tag danach nachgedreht.

Die interessante Frage, ob ein Affe ein Auto zu fahren in der Lage wäre, konnte leider nie geklärt werden — leider fand sich kein Affenzulieferer, den man hätte ansprechen können, und auch den Mitarbeitern eines bekannten Monkey Sanctuary konnte niemand vermitteln, dass ein Affe womöglich sogar Spaß daran hätte haben können, eine Runde in einem automatikgetriebenen Wagen zu drehen.

Apropos „Top Gear“ und Tiere: Auch die Idee, sich den Top Gear Dog zuzulegen, der Clarkson, May und Hammond durch die achte Staffel begleitete, stellte sich als nicht allzu durchdacht heraus: dem Labradoodle wurde es regelmäßig beim Autofahren schlecht, und so lebhaft er war, wenn die Kameras nicht liefen — sobald die Show aufgezeichnet wurde, legte er sich einfach irgendwo im Studio zum Schlafen hin. Aber auch davon abgesehen — es hatte offenbar niemand so weit gedacht, dass man mit einem Hund in der Show dann ja auch irgend etwas hätte machen  müssen. Und so wurde der Hund zu einem der zahlreichen Haustiere, die Richard Hammond auf seiner Farm beherbergt.

Das als reasonably priced car bekannt gewordene Segment, in dem ein Star ein preigünstiges Auto um den Top Gear Testtrack prüglen durfte, entstand nur, um in dieses bräsige Auto einen speziellen Stargast zu setzen, dessen mondäner Stil damit auf größtmögliche Weise kollidiert wäre: Bryan Ferry. Für dieses Vergnügen nie gewonnen werden konnte allerdings ein spezieller Star: Bryan Ferry.

Fuck you? Hm.

16. November 2015 5 Kommentare

John Oliver hat die Freiheit, die ihm HBO gibt, bei seiner jüngsten „Last Week Tonight“-Ausgabe dazu genutzt, um in Richtung der Attentäter von Paris zu sagen: „Fuck you“, und weil einige meiner Freunde das offenbar auch fanden, haben sie den entsprechenden Clip geteilt, so dass er in meiner Facebook-Timeline nicht zu übersehen war:

Doch so sehr ich dem aus vollem Herzen zustimmen möchte: Ich kann es nicht. Es widerstrebt mir sogar geradezu, dieses „fuck you“.

Nicht, weil ich etwas gegen das Herunterbrechen, das Zuspitzen, die right in your face-Haltung hätte. Die braucht Comedy, und wenn man — wie Oliver — in dieser Hinsicht mehr Freiheiten hat als andere: nur zu, dann soll man sie auch nutzen.

Aber mir kommt es so vor, als sei dieses „Fuck you!“ nicht das erste, das den Attentätern und ihren Brüdern (und Schwestern) im Geiste (und sei der noch so klein) um die Ohren geschlagen worden wäre. Im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, denen ist schon sehr, sehr oft „fuck you“ gesagt worden. Vielen von Geburt an, immer wieder. Ja, womöglich hatte ein ubiquitäres „Fuck you!“ von sozial höher stehenden weißen Männern sogar einen recht entscheidenden Anteil daran, dass die so geworden sind, wie sie sind, und dass das Attentat in Paris deren Art war zu sagen: Nein, fuck jetzt mal YOU! Und fuck them they did.

Ja, mir ist klar: John Olivers „Fuck you!“ hat sich gar nicht in erster Linie an die Attentäter gerichtet, sondern an seine Zuschauer, es war seine Art, Solidarität zu üben und zu sagen: Wir stehen zusammen. Also die etwas drastischere Variante aller Trikolore-gefärbten Facebook-Profilfotos, aller gut gemeinten Bekundungen in den sozialen Netzwerken, die nichts anderes sind als gesellschaftliche Rückversicherungen, auf wessen Seite man ist, dass man gleiche Werte teilt und dass man an der Definition von „wir“ gerade möglichst schnell mitarbeiten will, um sich eben auch schön abzugrenzen von all denen, die nicht zu diesem „wir“ dazugehören sollen. Den anderen halt.

Und in meinen Ohren klingt das John Oliversche „fuck you“ dann auch nicht sehr viel anders als das von Söder, Seehofer und allen rechten und noch rechteren Zeitgenossen, die ihrerseits nämlich auch sagen: Fuck you, alle miteinander — einfache Antworten, das ist genau unser Ding! Und den anderen, denen zeigen wir’s jetzt mal. Stinkefinger! Fuck you! Grenzen zu und alle heimschicken! Und ohne Abendessen ins Bett!

Als ob nicht von diesen einfachen Antworten eine enorm große Kraft ausgeht (siehe abermals John Oliver und wie oft sein „fuck you“ geteilt worden ist). Eine Kraft, die, in die falschen Hände gelegt und falsch eingesetzt, ziemlich schnell auch ziemlich dumme Folgen haben kann. Einfache Antworten wirken auf Menschenmengen immer verführerisch, und auch die IS-Deppen haben einfache Antworten geradezu als Geschäftsmodell entwickelt: westliche Kultur böse, Religion gut, wer nicht mitmacht: Rübe ab. Noch einfacher geht’s kaum.

Am Ende war mir, auch weil Oliver sehr schnell nach dem Attentat auf Sendung war mit seinem „Fuck you!“, vielleicht sogar der frenetische Stimmungs-Jubel des Publikums mindestens genauso unangenehm wie das „fuck you“ selbst, diese helle Begeisterung, die auf dieses „fuck you“ folgte, das nur ganz knapp keine Handlungsanleitung war, keine Aufforderung, kein Aufruf, jetzt mal jemanden ordentlich zu ficken.

Als ob nicht gerade schon genug Leute gefickt worden wären.