hätte ich beinahe während der letzten Folge “Breaking Bad” (S03E07): so spannende Unterhaltung, so clevere Twists, so hervorragend inszenierte Action — das gibt es selten. Wie Dan Owen in seinem Blog bemerkt (Achtung, Spoiler!!), ist das der Grund, die lange Form (45 Min.) der Gattung Serie zu mögen: Weil sie es erlaubt, Charaktere lange einzuführen und präzise zu beschreiben — so lange, bis man sich als Zuschauer derart mit ihnen identifiziert, daß einem fast das Herz stehenbleibt, wenn sie so in Schwierigkeiten geraten wie hier.
Ohne allzu viel zu verraten: Es ist der DEA-Agent Hank Schrader (Dean Norris), der in dieser Folge im Mittelpunkt steht; seine Figur ist über die letzten Episoden in ihrer ganzen Zerissenheit zu einer der interessantesten geworden. Aber auch Aaron Paul (als Jesse Pinkman) brilliert in dieser Folge und empfiehlt sich, das sieht Dan Owen ganz recht, nun endgültig für einen Emmy. Würde mich nicht wundern, wenn nicht nur er, sondern die ganze Serie mit Preisen überschüttet würde dieses Jahr.
hätte ich beinahe während der letzten Folge "Breaking Bad" (S03E07): so spannende Unterhaltung, so clevere Twists, so hervorragend inszenierte Action -- das gibt es selten. Wie Dan Owen in seinem Blog bemerkt (Achtung, Spoiler!!), ist das der Grund, die lange Form (45 Min.) der Gattung Serie zu mögen: Weil sie es erlaubt, Charaktere lange einzuführen und präzise zu beschreiben -- so lange, bis man sich als Zuschauer derart mit ihnen identifiziert, daß einem fast das Herz stehenbleibt, wenn sie so in Schwierigkeiten geraten wie hier.
Ohne allzu viel zu verraten: Es ist der DEA-Agent Hank Schrader (Dean Norris), der in dieser Folge im Mittelpunkt steht; seine Figur ist über die letzten Episoden in ihrer ganzen Zerissenheit zu einer der interessantesten geworden. Aber auch Aaron Paul (als Jesse Pinkman) brilliert in dieser Folge und empfiehlt sich, das sieht Dan Owen ganz recht, nun endgültig für einen Emmy. Würde mich nicht wundern, wenn nicht nur er, sondern die ganze Serie mit Preisen überschüttet würde dieses Jahr.
“Mas”, “mehr”, war der Titel der letzten Episode “Breaking Bad” (S03E05), mit der die Serie endgültig bewiesen hat, daß auch die dritte Staffel qualitativ nicht hinter der phantastischen ersten und sehr guten zweiten Season zurücksteht. Die erste Folge der aktuellen Staffel hieß “No mas”, und der Andeutung einer Kehrtwendung folgt ebendiese: Sogar zwei schön vorbereitete und inszenierte Wendepunkte, nach denen gleich drei Figuren und ihre Storys überraschende neue Richtungen einschlagen. Starke Richtungswechsel kurz vor Halbzeit der Staffel (mit insgesamt 13 Episoden): Respekt, das ist sehr gut. So gut, daß ich erst nach dem Klick auf “Mehr” spoilern möchte.
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"Mas", "mehr", war der Titel der letzten Episode "Breaking Bad" (S03E05), mit der die Serie endgültig bewiesen hat, daß auch die dritte Staffel qualitativ nicht hinter der phantastischen ersten und sehr guten zweiten Season zurücksteht. Die erste Folge der aktuellen Staffel hieß "No mas", und der Andeutung einer Kehrtwendung folgt ebendiese: Sogar zwei schön vorbereitete und inszenierte Wendepunkte, nach denen gleich drei Figuren und ihre Storys überraschende neue Richtungen einschlagen. Starke Richtungswechsel kurz vor Halbzeit der Staffel (mit insgesamt 13 Episoden): Respekt, das ist sehr gut. So gut, daß ich erst nach dem Klick auf "Mehr" spoilern möchte.
In einer Prequel-Szene erzählt "Mas", wie Jesse (Aaron Paul) mit Walters (Bryan Cranston) ganzem Ersparten, immerhin 7000 Dollar, das Wohnmobil kaufen soll, in dem sie später in der Wüste New Mexicos Meth kochen. Statt dessen verjuxt Jesse fast alles mit seinen Kumpels Combo und Skinny Pete in einem Nachtclub. Den kargen Rest händigt er am nächsten Morgen Combo aus, der ihm dafür das Wohnmobil seiner Mutter "verkauft" -- de facto aber stiehlt Jesse es auf diese Weise, ohne das selbst zu wissen. Zwar ist Combo mittlerweile tot, doch Hank (Dean Norris), Walts Schwager und DEA-Cop, findet immerhin Combos Mutter und dort im Zimmer ihres toten Sohnes ein Foto, auf dem er mit Jesse zu sehen ist.
Dieser Rückgriff erzählt also nicht nur, warum sich die Schlinge um Jesses Hals langsam zuzieht, sondern läßt ihn auch in einem überraschend schlechten Licht dastehen. Ein Eindruck, der noch verstärkt wird, als Jesse und Walter bei ihrem gemeinsamen Rechtsanwalt und Geldwäscher Saul Goodman (Bob Odenkirk) aufeinander treffen: Jesse beansprucht auch Walters Teil des Geldes für die letzte Meth-Lieferung. Das wiederum hat ihr gemeinsamer Abnehmer, Gus Frings, Chef einer Hühnerbraterei-Kette, je zur Hälfte Walter und Jesse zukommen lassen -- zwar hat Jesse die Drogen alleine produziert, aber mit Walters Rezept. Und sehr gegen Walters Willen. Doch so sehr es Walter stinkt, daß Jesse sein Rezept geklaut hat, so sehr widerstrebt es ihm, auf die Offerte seines Abnehmers einzugehen, der ihm für drei Monate Methkochen drei Millionen Dollar verspricht. Nicht einmal das State-of-the-Art-Drogenlabor in einer zum Betrieb gehörenden Wäscherei, das ihm Gus zeigt, kann Walter überzeugen, obwohl es sehr vielversprechend aussieht: Eine Meth-Küche unter einer Großwäscherei ist annähernd genial, denn niemand wird mißtrauisch, wenn dort täglich große Mengen Chemiekalien angeliefert werden, und die entstehenden Gase können zusammen mit denen der Wäscherei gut gefiltert abgelassen werden.
Daß Walter schließlich doch auf das Angebot eingeht, drei Monate für drei Millionen Dollar zu kochen, ist eher Jesses Gier und seinem abstoßenden Auftritt geschuldet und nicht so überraschend. Überraschend aber ist, daß er zuvor seiner Frau Skyler (Anna Gunn), was er bislang vehement abgelehnt hat, ausgefertigte und unterschriebene Scheidungsformulare zurückläßt und sich also von ihr trennt. Dabei ging es in den letzten Folgen hauptsächlich um seinen Versuch, Skyler zurückzugewinnen, die von Walters Karriere als Drogenkoch alles andere als begeistert ist. Interessanterweise ist es nun Skyler, die erst eine Sporttasche voll Geld im Schlafzimmer findet und dann, trotz ihrer Affäre mit ihrem Chef, an ihrem Trennungsvorhaben zu zweifeln beginnt. Zwischendurch hatte ich sogar erwartet, Skyler und Walter wären das neue Drogenteam -- eine Art bürgerlicher Bonnie and Clyde. Doch nun sieht es eher so aus, als machte Walter Nägel mit Köpfen: Und ginge nach dem Pep Talk des Hühnerbraters, echte Männer versorgten in jedem Fall ihre Familie, auch wenn die Familie das nicht wollte oder sogar nicht einmal wüßte, nun seiner eigenen Wege.
Jedenfalls gibt Walter Jesse die geforderte Hälfte des Drogengelds zurück, warnt ihn scharf davor, weiterhin mit seinem, Walters, Rezept zu kochen, und kündigt an, Jesse sei draußen und er, Walter, sei drin: Er kehre im ganz großen Stil ins Geschäft zurück. Und aus Freunden und Geschäftspartnern werden Konkurrenten.
Hervorragende Unterhaltung, das -- "Breaking Bad" dürfte die zurzeit beste amerikanische Serie sein. Na ja, neben "Modern Family" vielleicht.
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