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Artikel Tagged ‘Ideal’

Johnny Vegas jagt Zombiepuppen im Kinderfernsehen

28. September 2009 Keine Kommentare

Klingt nach einem echten WTF?!: Die BBC hat angekündigt, mit Johnny “Ideal” Vegas sowie Woolyback Productions und Double Z eine Show namens “The Dead Puppet’s Society” zu machen, in der Vegas sich selbst spielt  — als Comedian mit einem Doppelleben als Puppenspieler, der untote Puppen jagt.  Laufen soll die Show 2011 auf CBBC, dem Kinderkanal der BBC. 13 mal 30 Minuten Zombiepuppen im Kinderfernsehen — gibt es eigentlich einen englischen Kindergarten, in dem ich meine noch ungeborenen Kinder schon mal anmelden kann?

ProllCom from Benidorm

14. Juli 2009 10 Kommentare

Wie ich gerade Spiegel online entnehme, sendet Timm ab heute abend die Britcom “Benidorm” immer dienstags um 22.15 Uhr (bedeutet UT Original mit Untertiteln oder was?). Die Kritiken der britischen Presse waren nicht so schlecht, wie Spon es darstellt, aber für mich war “Benidorm” einen Ticken zu lowbrow, trotz eines einwandfreien Cast inklusive Nicolas “Nathan Barley” Burns, Johnny “Ideal” Vegas und Steve “diesmal ohne groteske Verkleidung wie sonst immer in ‘The League of Gentlemen’ oder ‘Psychoville’” Pemberton. Geschrieben hat die ganze Serie Derren Litten von der “Catherine Tate Show”, mit der ich auch nie recht warm geworden bin. Trotzdem tut “Benidorm” aber nicht direkt weh und bietet hie und da sogar echte Lacher.

Her face looked like an explosion in a Yacult factory

27. Juni 2009 Keine Kommentare

Nach ein paar Jahren forcierten Britcom-Konsums erwarte ich, wenn on screen ein Geschirrspüler geöffnet wird, schon eher, daß frisch gespülte Vibratoren herauskommen als frisch gespültes Geschirr. Von wegen “No Sex please, we’re british”: Sex, sex, sex, that’s all they can think about. Und natürlich ist es nie weichgespülte Soft-Erotik mit jungen, gut aussehenden Weibern (und/oder Kerlen) in England, o nein: Unter Sperma in Halsketten-Anhängern (“Green Wing”), Strap Ons, mit denen es die Damen ihren Herren besorgen (“Shameless”), Sex mit (scheinbar) Minderjährigen (“Nathan Barley”), Hobbyraum-SM-Studios in Spießerwohnungen (“Human Remains”) oder Nekrophilie (“Ideal”) tut es der Brite selten. Und nicht nur in den jung-bösen Sitcoms aus dem Hause Baby Cow dreht es sich oft um Untenrum-Themen (neben “Human Remains” etwa “Nighty Night” und “Gavin & Stacey”), auch in konservativeren Britcoms, die keineswegs nur versuchen, aus Tabubrüchen komische Funken zu schlagen, geht es viel (und sehr direkt) zur Sache: In “The Worst Week of my Life” ebenso wie in “Love Soup” und selbstredend “Coupling”, der britischen Antwort auf die amerikanisch-harmlos-oberflächlichen “Friends”; und “Borats” lustigster Moment war der nackte Ringkampf Borats mit seinem Manager.

Interessanterweise sind bei all dem Sex in Britcoms zwar die Szenen, in denen es um “das Unaussprechliche” (Böll) geht, in der Regel hochnotpeinlich und so, nun ja, “kraß”, daß man kaum hingucken kann (der Brite spricht von cringe) — aber selten frauenfeindlich oder gar erniedrigend. Ganz im Gegenteil haben die Frauen in Britcoms eher die Hosen an, während die Männer sich als Weicheier entpuppen, Neurotiker und Vollversager. Allenfalls sind Frauen eben genauso peinlich wie Männer — fair enough.

Nur folgerichtig bei all dem Sex: Eine Sitcom im Puff. “Respectable” (Five, 2006) ist genau das — und sehr lustig. Sitcom im Puff, das klingt zugegeben nach der “heiteren Seite der Zwangsprostitution”, “Respectable” schafft es aber, eine tatsächlich aufgeräumte Atmosphäre zu schaffen, in der die drei Prostitutierten Haley, Kate und Yelena gerne unter ihrer Puffmutter Maureen (Beatrice Kelley, “Ideal”, “Phoenix Nights”) zu arbeiten scheinen. Nicht zuletzt ist Michael, die männliche Hauptfigur, zwar ein langweiliger Mittelklasse-Bürger erster Kategorie mit einer kalten Ehefrau zuhause, aber ein Sympathieträger. Er verliebt sich erwartbarerweise in Haley, hat mit ihr aber gar keinen Sex. Bei seinem ersten Puffbesuch begegnet er Barry, dem Handwerker, der gerade sein ganzes Haus renoviert, und dieser Sidekick gibt Möglichkeiten zu pointengespickten Parlandi en masse:

Michael, Barry und ein dritter Typ sitzen im Entrée; Barry zeigt seine Tattoos.

Barry: That’s a tiger shagging a dragon, right? That’s a samurai on a fish, and I’m getting another, right, and it’s gonna start up here (er zeigt seinen Bauch), it’s gonna go all the way down to the crab’s ladder (zeigt Richtung Gemächt) with an arrow saying “may contain nuts.”

Typ: More like “may contain small parts.”

Barry (zu Michael): Ah! Small parts! Do you get it?

Michael (abwesend): Yes, yes. Like the warning sign “may contain small parts that may choke children.”

Typ: Children?!

Schade, daß der Plot von “Respectable” keine zweite Staffel zuließ! Ich hätte nämlich gerne noch mehr dieser schnellen Wortwitze gehört, die das Autorentrio Shaun Pye, Alan Connor und Harry Thompson geschrieben hat. Yelena, wie sich herausstellt eine serbische Kriegsverbrecherin auf der Flucht, ist nämlich ebenfalls eine prima Figur (“I was sexiest woman in village… before ethnic cleansing!”), von der großmütterlichen Maureen ganz zu schweigen:

You girls don’t know you’ve got it made. When I was your age, I were bent over t’bins in t’back alley behind t’fish shop 15 times a night. After a couple of years of that, I thought, “I should get paid for this.”

Kaufempfehlung!

Piloten-Check 2: (ohne Worte)

9. Februar 2009 Keine Kommentare

Die Irokesen-Haarschnitte, einer rot, einer gelb gefärbt, kontrastieren prima mit den schwarzen Anzügen, die die beiden japanischen Straßenkünstler Ketch! und HIRO-PON in ihrem Piloten Ketch! & HIRO-PON Get It On an allerlei öffentlichen Orten spazierentragen: Am Strand, im Café, auf dem Parkplatz — überall versuchen sie, eine Frau für Ketch! (oder HIRO-PON?) zu finden und sie mit magischen Fähigkeiten zu beeindrucken. Das klappt mal besser, mal schlechter, aber stets ohne Worte, und wirkt dank allerlei Regie-Sperenzchen recht surreal. Hin und wieder allerdings auch ein bißchen gewollt edgy — ganz so, wie man es von der Produktionsfirma BabyCow halt gewohnt ist, die mit dem kleinkriminellen Dealer Moz und “Ideal” eine ebenfalls recht bunte Figur in einer leicht unwirklichen Welt geschaffen hat. “Ideal”-Creator Graham Duff ist prompt auch bei “Ketch! & HIRO-PON Get It On” mit von der Partie, in diesem hübschen Ausschnitt aber nicht zu sehen (hohe Auflösung empfohlen):

Bis jetzt gibt es nur die Pilotfolge (BBC3, 6.2.), die eine halbe Stunde lang und sehr unterhaltsam ist, weil die physical comedy des Duos Gamarjobat in Kombination mit cleveren Einstellungen und rückwärts aufgenommenen Szenen einen ganz eigenen Look irgendwo zwischen Straßenkunst und Sketchshow ergibt.