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„Breaking Bad“: Starkes Finale, nächste Staffel sicher

Es war die zuschauerstärkste Staffel für „Breaking Bad“: 1, 5 Millionen wollten im Schnitt jede Episode der dritten Staffel sehen, die Sonntag zuende gegangen ist. Mit einem starken Cliffhanger, der abermals ein neues Licht (bzw. genaugenommen einen neuen Schatten) auf die Haupt-Charaktere Walter und Jesse wirft.

Ich möchte gar nicht allzu viel verraten. Statt dessen verweise ich auf ein schönes Interview mit dem Creator Vince Gilligan (Achtung, Spoiler! Besser erst nach der letzten Folge lesen), der dem „Hollywood Reporter“ einige Geheimnisse hinter der besten Serie dieser Tage verrät — unter anderem, daß die Show deshalb einen so unvorhersehbaren, aber nicht unglaubwürdigen Verlauf genommen hat, weil sie tatsächlich von Folge zu Folge gestrickt wird. Daß die Autoren versuchen, die Handlung aus den Charakteren abzuleiten, die Struktur der vier Akte pro Folge (statt gewöhnlich drei) sowie die sehr visuelle Erzählweise aus Gilligans Erfahrung als „Akte X“-Autor stammen und daß es mit einer Serie wie mit einer Achterbahn ist: Es kann nicht immer rasant abwärts gehen — um echten Nervenkitzel hervorzurufen, braucht es auch lange, ruhige Aufbauarbeit, die die Schußfahrt vorbereitet.

AMC hat eine vierte Staffel angekündigt, einige Emmy-Nominierungen werden für den 8. Juli erwartet. Bryan Cranston hat bereits zwei Emmys in Folge für seine Rolle als Walter White erhalten, auch Aaron „Jesse“ Paul und die Serie selbst sind schon mehrfach nominiert worden.

UPDATE Gerade lese ich: In Deutschland wird „Breaking Bad“ wohl ab diesem Herbst auf Arte zu sehen sein. Die deutsche Synchronisation gibt es ja bereits (auch die beiden ersten Staffeln sind schon synchronisiert auf DVD erhältlich), und sie ist sogar ganz okay.

  1. Daniel
  2. René
    15. Juni 2010, 16:26 | #2

    Ich fand es mal wieder hervorragend, wie in den Folgen vor den letzten beiden das Tempo fast schon überdeutlich herausgenommen wurde. Ich fragte mich dann, wie die das wohl wieder in Fahrt bringen. Und dann diese letzten beiden Folgen, und die letzte sogar noch besser als die vorletzte (meine ich), in denen diese Schraube so natürlich und klug wieder angezogen wurde, mal ganz abgesehen von den immer wiederkehrenden visuellen und inszenatorischen Höhepunkten, das ist schon sehr bemerkenswert.

  3. Daniel
    15. Juni 2010, 17:47 | #3

    Bryan Cranston: „When you first start a character, it’s outside of you and hopefully through your process, through time, you ingest it and then it begins to live inside of you. Then it becomes a part of you and it comes out when you want it to. When I go to work, I put on the clothes and they help me see the man. I get into his head and I play the man and I stay in the man. Depending on the given scene, sometimes I have to stay in him throughout breaks in order to hold onto a certain thing that might be more difficult than others.“

    http://www.hitfix.com/blogs/2008-12-6-the-fien-print/posts/hitfix-interview-bryan-cranston-discusses-the-breaking-bad-season

  4. 15. Juni 2010, 18:05 | #4

    „We actively try to paint ourselves into corners at the end of episodes – at the end of seasons, at the end of scenes sometimes – and then we try to extricate ourselves from those corners.“ sehr schön gesagt! und sehr schönes serienprinzip.

  5. Tim
    16. Juni 2010, 21:10 | #5

    Und ich sach noch zu Herrn terf: Die machen keine Cliffhanger mitten in der Szene …
    Auch mich fasziniert, wie klug bis in die Details die Serie gestrickt ist (auch wenn mir Skylers Entwicklung in dieser Staffel stellenweise sehr forciert erschien – ein notwendiges Übel, das ich gerne akzeptiere) und man sieht, wie von den Charakteren aus gedacht und dann sorgfältig zusammengepuzzelt wird. Doch glaube ich das mit dem von Folge zu Folge denken nicht ganz. Ähnlich wie es für Gilligan für die zweite Staffel beschreibt, vermute ich, daß es einen Plan für den Abschluß der Serie gibt. Und ich habe auch eine Theorie …

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