Mad Men, Sad Men, Happy Men
Vermutlich bin ich der letzte, der es noch nicht kannte, anyway: Hier die Sesamstraßen-Version von “Mad Men”. Jetzt bitte “Lost” und “Breaking Bad” mit Grobi und Bibo!
Vermutlich bin ich der letzte, der es noch nicht kannte, anyway: Hier die Sesamstraßen-Version von “Mad Men”. Jetzt bitte “Lost” und “Breaking Bad” mit Grobi und Bibo!
Die Emmy-Verleihung birgt keine Überraschung: Schon wieder ein Emmy für “30 Rock”, schon wieder keiner für Hugh Laurie. Dabei hat “30 Rock” den Zenit m.E. schon in der zweiten Staffel überschritten — irgendwie ist das ja immer noch alles gut und schön, aber nicht mehr überraschend und oft auch nicht mehr so stringent erzählt wie in der ersten Staffel.
Der Drama-Emmy für “Mad Men” geht in Ordnung, auch wenn ich ihn natürlich “Breaking Bad” verliehen hätte, das hierzulande zwar in der breiten Öffentlichkeit noch immer unter der Wahrnehmungsoberfläche bleibt, aber in DVD-Junkie-Kreisen mittlerweile schon die Ehre erfährt, die ihm gebührt. Gerade habe ich in illustrer kleiner Runde in Wien aus dem Nichts eine schöne (und schon recht betrunkene) Stunde mit mir weitgehend unbekannten Medienmenschen verbracht, die eingeleitet wurde mit dem an mich herangetragenen Geheimtip “Breaking Bad” — wer mir so kommt, wird natürlich mit Instant-Freundschaft belegt, und sei’s nur für den Abend. Wenigstens hat der brilliante Bryan Cranston den Emmy für Drama-Hauptrolle abgestaubt.
Ich meinerseits werde mich demnächst mal an die Charts meiner Lieblingsserien des letzten Jahres bzw. gleich Jahrzehnts machen — jedenfalls sobald ich die Herbst-Season überblicken kann. Da steht ja einiges auf dem Programm: “Curb” geht weiter und “The Office”, in England “Peep Show”, und sogar “Doc Martin” ist wieder da, über den ich noch eine große Lobeshymne schreiben muß, o ja, o mei, wann soll ich eigentlich noch auf die Wiesn gehen?!
Als ich während der vergangenen Woche “Revolutionary Road” gelesen habe, ist mir nach einer Weile aufgefallen: In meinem Kopf-Kino zum Buch lief interessanterweise nicht der Sam-Mendes-Film mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio von letztem Jahr, obwohl ich den gesehen hatte und auch durchaus schätze. Statt dessen spielte sich die traurige Geschichte um Frank und April Wheeler, wie mein inneres Auge sie sah, in den Kulissen (und teilweise sogar mit den Charakteren) von “Mad Men” ab.
Mittlerweile weiß ich, warum: Weil die visuelle Kraft von “Mad Men” viel größer ist als die von Mendes Romanverfilmung. Tatsächlich würde der filmische Stil von “Mad Men”, der mit vielen Close Ins und Pull Outs arbeitet und die Hauptfigur Don Draper häufig von hinten zeigt, ebenso gut zu der Erzählung von Richard Yates passen, dessen Figur des Frank Wheeler dem Leser genauso fremd bleibt wie Don Draper dem Zuschauer. FilmFreakCentral hat den Umgang der Regie von “Mad Men” mit ihren Charakteren sehr schön in einem sechsminütigen Videoessay belegt:
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