Der dritte Teil der “Three Flavours Cornetto-Trilogy” steht vor der Tür: “The World’s End”, nach “Shaun of the Dead” und ”Hot Fuzz” der dritte Film von Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost, in dem eine Cornetto-Sorte die Geschmacksrichtung vorgibt (und je eine Figur im Film auch ein entsprechendes Cornetto verputzt). In “Shaun” war es “Strawberry” (mit ganzen Stückchen!), ganz dem einerseits romantischen und andererseits dem Gore-Element des Films geschuldet, in “Hot Fuzz” das originale Cornetto mit der blauen Hülle, das auf das Polizeifilmgenre verwies, und nun ist es “mint choc-chip”, das auf… äh… irgendwas hindeuten soll. Vielleicht darauf, dass Engländer bizarre Geschmackskombinationen mögen.
Oder darauf, dass sich in und hinter dem einen, äußerlich Sichtbaren, etwas ganz anderes verbirgt: denn “The World’s End” scheint, nach allem, was der Teaser Trailer verrät, ein Bodysnatcher-Film zu werden:
Schön, dass Martin Freeman, Reece Shearsmith und Mark Heap mit von der Partie sind, schön, dass das wieder ein rein britischer Film ist (nachdem “Paul” ja auch irgendwie okay war, aber nicht so gut wie die Filme der Cornetto-Trilogie), und schön, dass auch hier wieder über einen Zaun gehüpft wird, was ja nun vollends klar macht, dass es hier um eine Filmreihe geht. Und zwar eine der besseren dieser Welt.
Pramfaces nennt der Engländer verächtlich die jungen und immer jüngeren Mütter aus der Unterschicht, die Chavs, die bauchfrei, talmibehangen, mit oben blond, darunter schwarz gefärbten Haaren und stets sichtbarem Stringtanga im Bus herumpöbeln. (Stewart Lee: “If I want to hear a twelve year old girl say ‘cunt’, I can just go to Liverpool. In fact, the other day I heard an eleven year old girl say ‘cunt’ on the bus. Although, to be fair, her daughter was behaving very badly.”)
Ein solch typisches Pramfaceist Laura (Scarlett Alice Johnson), 18, aus der gleichnamigen Sitcom (BBC3, seit 2012) nicht — sie kommt aus der gehobenen Mittelschicht, während ihr One Night Stand Jamie (Sean Michael Verey), 16, eher in der Arbeiterklasse zuhause ist. In der ersten Staffel war sie schwanger, entsetzt darüber und doch entschlossen, das Kind zu kriegen, und am Ende waren die beiden zwar nicht zusammen, hatten sich aber mit der Situation halbwegs arrangiert.
Nun hat die zweite Staffel mit einem einstündigen Special begonnen, in dem das Kind (das noch in der letzten Szene der ersten Staffel auf die Welt kam) getauft werden soll — und gemeinsam mit dem Kind, so scheint mir, ist auch die Qualität der Serie gewachsen.
Hatte ich noch vor Jahresfrist darüber gemosert, dass mir Lauras Motiv nicht klar sei, dieses Kind zu kriegen, so ist die Motivlage nunmehr klar, das Baby ist schließlich geboren. Und zwar gibt es immer noch Gründe, die Show zu kritisieren (die zum Beispiel einseits Wert auf einen gewissen Realismus legt, in der andererseits ein Baby von Teenagern in einem Korridor zur Welt gebracht werden kann, ohne dass es dabei Komplikationen gibt oder anschließend das Jugendamt einschreitet). Ein paar Schauspieler und ihre Dialoge wirken immer noch hölzern (etwa Beth, Yasmin Paige, die zum Glück nicht mehr so viel Raum einnimmt wie in der ersten Staffel). Aber insgesamt machte dieses Special durchaus Hoffnung für die weiteren Folgen.
Das mag nicht zuletzt an den Gaststars gelegen haben: allen voran die viel zu selten zu sehende Pauline McLynn, ihres Zeichens Mrs. Doyle aus “Father Ted”, David Armand (“How Not to Live Your Life”) und Ronald Pickup (“The Worst Week of My Life”). (Leicht skurril auch, Ben Crompton ["Ideal"] als Jamies Vater wieder zu sehen, nachdem ich ihn zuletzt in “Game of Thrones” gesehen hatte.)
Interessanterweise schreibt der Sitcom Geek in seinem Blog just vor ein paar Tagen genau über das Thema Guest Charakters, und kommt — er ist selbst Comedyautor — zu dem Schluss, für diese sei es viel schwieriger, Witze zu schreiben, weil die Zuseher die Gastfiguren ja nicht kennten, nicht in sie und ihre Probleme investiert hätten und daher auch nicht über Scherze lachen könnten, die aus den Charakterzügen dieser Figuren entstünden. Das ist bestimmt auch richtig — sofern der Zuschauer außer den Figuren auch ihre Schauspieler nicht kennt.
Kennt er aber die Schauspieler, können Gaststars enorm dankbar sein. Pauline McLynn sagt hier in ihrer Rolle als irisch-katholische alte Schachtel sogar “Sex, Sex, Sex”, ein wörtliches Zitat aus “Father Ted”, wo sie noch viel öfter “go on, go on, go on” sagt, so dass auch der letzte Gelegenheitsglotzer weiß, an wen ihre Figur hier angelehnt ist — Typecasting pur und vom Feinsten. Und selbstredend weiß jeder, der schon zwei englische Sitcoms gesehen hat, wie die Figur wohl gestrickt sein wird, die beispielsweise Mark Heap (wie zuletzt bei “Outnumbered”) als Gaststar spielt.
Fairerweise muss ich dazusagen: “Pramface” verlässt sich nicht ausschließlich auf die Gaststars. Nein, es sind einige schön gebaute Szenen darin, wenn etwa Jamie seinem Vater inkognito einen Job als shelf-stacker im örtlichen Supermarkt besorgt, wo er selbst arbeitet, — und ihn dann prompt feuern muss. Oder wenn Jamies dusseligem besten Freund Mike (Dylan Edwards) der heiße Sex mit einer Traumfrau verwehrt bleibt, weil er religiös geworden ist und das Bild des gütig lächelnden Jesus ihm Gewissensbisse bereitet, was sie mit den Worten “too bad, I was going to do my whole repertoire to you!” quittiert, woraufhin ihm nur einfällt: “Fuck, you got a repertoire?!”
Dafür, mit einem Wort, dass diese Serie so gar nicht auf mich gezielt ist, finde ich sie doch ganz okay.
Ein frohes Neues allen Lesern und Alles Gute, britcoms.de — das Blog lebt und hatte am Montag vierten Geburtstag. Dass an dieser Stelle in den letzten vier Wochen nicht allzu viel passiert ist, hatte mehrere Gründe: ich war zweimal krank (bin es immer noch), Weihnachten, Silvester, und ungewöhnlich viel zu tun zwischen den Jahren war auch noch. Nicht zuletzt: Es war gar nicht mal so viel zu bloggen — die Weihnachts-Specials haben mich dieses Jahr weniger begeistert als in den Vorjahren.
Ausnahme: Das “Outnumbered”-Weihnachts-Special (BBC1, 24.12.), das zweite in Folge, ohne dass es zwischendurch reguläre neue Folgen gegeben hätte. Stärker noch als im Jahr davor hatte ich diesmal das Gefühl, dass die Autoren Guy Jenkin und Andy Hamilton das große Problem der vierten Staffel in den Griff bekommen haben. Wir erinnern uns: “Outnumbered” lebte von drei Kindern, die ihren Eltern mit Klugscheißerei, sinnloser Aggression, Lügen und verheimlichten Problemen schön auf die Nerven gingen, und das in halb improvisierten Szenen, die sehr davon profitierten, dass zumindest die zwei jüngsten Kinder (Ramona Marquez als Karen und Daniel Roche als Ben, zu Beginn zehn und zwölf Jahre alt) mit offenkundig großer Lust am Spielen der Serie Leben einhauchten. Leben, das vielen ähnlichen Serien fehlt, in denen Kinder Kinder spielen, wie Erwachsene sie sich vorstellen, und Texte aufsagen, die Erwachsene geschrieben haben. Diese Natürlichkeit ging über die Jahre verloren, die Kinder waren irgendwann älter als ihre Rollen, und plötzlich stimmte die Chemie der ganzen Serie nicht mehr.
Das haben Hamilton und Jenkin nun aber wieder hingekriegt: das Special konzentrierte sich mehr auf eine typisch britische Story rund um eine entgleiste Weihnachtsparty mit viel Alkohol, Neurosen, Ärger mit der Polizei und anderen peinlichen Situationen, fügte einige immer gern gesehenen Gaststars dazu (Mark Heap, Sanjeev Bhaskar) — und fertig waren sehr amüsante 40 Minuten. So könnte ich mir sogar noch eine ganze Staffel “Outnumbered” vorstellen; die wäre dann zwar nicht mehr das alte “Outnumbered”, sondern näher an einer traditionell geschriebenen und gespielten Sitcom — aber was soll’s. Also, BBC: Bitte mehr davon!
Das war’s dann aber auch schon mit der Weihnachtsherrlichkeit. Das “Downton Abbey”-Special (ITV1, 25.12.) war zwar okay, aber nicht herausragend: ein Familienausflug der Herrschaft nach Schottland (und ein Besuch des Jahrmarkts der Subalternen) brachte zwar einen Tapetenwechsel und schöne, ungewohnte Bilder, doch erst ganz am Schluss, als Cliffhanger, wurde die Handlung der Serie vorangetrieben. Das allerdings mit einem unweihnachtlichen Schock.
Den anderen Weihnachtsschock hat mir die erste Folge “A Young Doctor’s Notebook” verpasst (vierteilige Miniserie, Sky Arts): Ein billiges Set (ich dachte erst, ich sei in einer BBC-Sitcom der frühen 80er), darin langatmig gespielt die düstere Adaption der “Aufzeichnungen eines jungen Arztes” des bekannten russischen Humoristen Michail Bulgakow (bitte in die Luft gemalte Anführungszeichen mitdenken) — und als Stars tatsächlich, ich dachte, ich traue meinen Augen nicht: Jon Hamm (ja, der Jon Hamm, der Don Draper in “Mad Men” spielt) und Daniel Radcliffe (ja, der Harry Potter, der Daniel Radcliffe in “Daniel Radcliffes Karriere” spielt)?! Hm. Das war unerwartet. Und unkomisch. Wie zur Hölle kommen denn Don Draper und Harry Potter dazu, diesen komikfernen Schmarrn zu spielen? War an den Theatern dieser Welt keine Stellen mehr frei für überambitionierte Superstars, die kleine Nebenprojekte suchen?
Tscha, und das war Weihnachten. Gut, dass es vorbei ist.
Hier ist der ganze Film: “Holy Flying Circus” (BBC 4), über den ich in Erwartung großer Dinge schon mal berichtet habe: die filmische, aber betont fiktionale Aufarbeitung der Kontroversen rund um “Monty Python’s Life of Brian” (1979), die in einer Fernsehdiskussion zwischen John Cleese und Michael Palin hie, Malcolm Muggeridge und dem Bischof von Southwark Mervyn Stockwood auf der anderen Seite gipfelte.
Leider ist “Holy Flying Circus” überhaupt nicht meins, gleichwohl ich das Restwerk des Autors Tony Roche sehr schätze, der nicht nur Teil des Autorenteams von “The Thick Of It” und “In The Loop” ist, sondern auch schon für das gerade laufende und recht schöne Comedydrama “Fresh Meat” (Channel 4) geschrieben hat. Abgesehen von der wirklich verblüffenden Ähnlichkeit des Casts mit den Originalfiguren mochte ich überhaupt nichts an diesem Film, genauso wenig wie ich Leute mag, die minutenlang Python-Szenen (oder irgendwelche anderen Höhepunkte der Comedy) aufführen. Denn das war es im Wesentlichen: Eine Imitation. Ein Versuch, Comedy im Ton der Pythons zu machen. Ranwanzerei also, Fantum, genauso schlimm, wie wenn man einen Film über die “Simpsons” im Stil der “Simpsons” machen würde.
Eventuell ist es die fehlende Fallhöhe, die zu solcher Epigonie führt — da soll ja kein Denkmal gestürzt werden. Das ginge auch gar nicht, oder nur mit größten Schwierigkeiten, weil man sich nicht über Menschen lustig machen kann, die sich ihrerseits seit je über Denkmäler lustig gemacht haben. Das geht dann auf der anderen Seite zu einfach, wenn man empörte Christen als komplette Hanswurste inklusive einem Tourette-Trottel, einem Stotterer und einem Mark Heap-Creep zeigt: da stimmt dann zwar theoretisch die Fallhöhe (aufgeblasene, bigotte Christen), praktisch liegen dieses Opfer (heutzutage) aber schon so am Boden, daß man als Satiriker eigentlich Beißhemmungen kriegen sollte.
Dazu kommt ein Skript, das ziellos herumeiert (jaja, schon klar, die Mäander der Pythons), Darren Boyd, der Basil Fawlty spielt statt John Cleese, ein Terry Jones, der gleichzeitig die Ehefrau von Michael Palin ist, ach Gott. Es nimmt mich nicht wunder, daß die überlebenden Pythons sich von “Holy Flying Circus” distanziert haben (allerdings weniger aus künstlerischen Gründen als aus solchen der historischen Genauigkeit) und John Cleese die BBC als “talentfreie Zone” beschimpft hat. Dieses Experiment, diese Hommage (falls es als solche gedacht war) ist nicht gelungen, und ich bin da offenbar eher auf Seiten der Zuschauer, deren Twittereinträge deutlich kritischer sind als die Pressestimmen: Die finden “Holy Flying Circus” zu meiner Überraschung nämlich tatsächlichehergut.
Ist sie das also, die große, neue Britcom, die alle zehn Jahre einmal kommt und das Genre revolutioniert? So wie es “The Office” 2001 getan hat? Es gibt Prognosen, die sagen: es müßte demnächst mal wieder soweit sein, und nach der großen Zeit der Single-Camera-Mockumentarys sei es nicht unwahrscheinlich, daß das Pendel nun wiederum in die Gegenrichtung ausschlägt: also zurück zu den klassischen, formal beschränkten Fourth-Wall-Sitcoms — natürlich mit einem Twist, wie auch immer der aussieht. Also die Quadratur des Kreises, die damals “Seinfeld” geschafft hat: einerseits eine traditionelle Sitcom, Multi-Camera und vor Publikum, aber mit einem neuen Dreh in der Erzählung: ohne klassische Sitcom-Plots (Stichwort “show about nothing”) und ohne daß am Schluß irgend jemand irgend etwas gelernt hätte: “Keine Lehren und keine Umarmungen.”
Daß ein gewissen Anspruch da ist, edgy zu sein, zeigt Robert Poppers“Friday Night Dinner” (Channel 4, freitags) schon im blau pulsierenden Vorspann. Dann allerdings beginnt eine Familien-Sitcom, die so klassisch gestrickt und so formal beschränkt ist, daß man erst einmal alle Erwartungen hintanstellen sollte: Die Twentysomethings Adam (Simon Bird) und Jonny (Tom Rosenthal) besuchen ihre Eltern (Tamsin Greig und Paul Ritter) zum gemeinsamen freitäglichen Abendessen; genauer: zum Beginn des Sabbat. Die Brüder ziehen sich gegenseitig auf, wie Brüder halt so sind; Mum (in Leopardenfellmuster, mit goldenen Slippern) ist großer “MasterChef”-Fan und hätte gerne, daß Dad seine Stapel alter Wissenschaftszeitschriften wegwirft; Dad ist noch ein bißchen exzentrischer, ißt gerne Reste aus dem Küchenabfall, läuft schon mal oben ohne herum, wenn es ihm zu warm wird, ersteigert heimlich noch mehr Wissenschaftszeitschriften, trägt ein Hörgerät und mißversteht auch gerne mal etwas. Sein Fluch “Shit on it!” wird offenbar die Catchphrase der Show.
(SPOILER) In der ersten Folge wird das Abendessen gleich mehrfach gestört: Der ziemlich merkwürdige Nachbar Jim (Mark Heap) kommt mit seinem Schäferhund mehrfach vorbei, um die Toilette zu benutzen (seine ist ihm irgendwie kaputtgegangen, auf die Frage wie zieht er es aber vor, nur mit einem abwesenden Gesichtsausdruck zu reagieren), und dann möchte auch noch ein Ebayer (Matthew Holness, “Garth Marenghi’s Darkplace”) das Sofa abholen, das er für seinen kranken Vater ersteigert hat. Der aber, das stellt sich durch einen Anruf heraus, ist just gestorben, und während das Sofa noch im Treppenhaus steckt, muß sich der Besucher erstmal hinsetzen und etwas trinken, bekommt aber zweimal ausgerechnet Getränke, die sich die Brüder gegenseitig mit Salz ungenießbar gemacht haben. (/SPOILER)
Das ist genauso ist zwar hübsch ausgeführt, alles in allem aber so underwhelming, wie es sich hier liest: exzentrische Familien kennt man zur Genüge, und auch der merkwürdige Nachbar könnte direkt aus dem Handbuch für Sitcomautoren stammen — da muß man gar nicht bis zu Kramer zurück gehen: Mark Heap hat diese Figur selbst schon in “Spaced” gespielt, das wie “Friday Night Dinner” von TalkBack stammt und von Nira Park (co-)produziert wurde. Laut lachen mußte ich in dieser ersten Folge nur selten, andererseits war es eben: die erste Folge. Jedenfalls die erste, die gezeigt wurde; offenbar sind da im letzten Moment noch Änderungen in der Reihenfolge vorgenommen worden.
Am enttäuschendsten fand ich Simon Bird, der in “Friday Night Dinner” exakt den gleichen Charakter wieder spielen darf, den er schon bei den “Inbetweeners” spielt, während Heap seinen merkwürdigen Nachbarn wenigstens noch ein bißchen variiert hat; stark wie immer Tamsin Greig (hier nach “Episodes” schon wieder mit einem ehemaligen “Green Wing”-Kollegen zu sehen); richtig gut gefallen hat mir aber Paul Ritter, dessen Dad mir die interessanteste und stärkste Figur zu sein scheint.
Noch ist mir nicht klar, was die tragende neue Idee sein soll, die “Friday Night Dinner” unverwechselbar und irgendwie neu machen könnte. Vielleicht wird das ja mit der nächsten Folge aber schon klarer. Und wenn die weirdness, die gerade große Sitcom-Mode zu sein scheint, noch eine Winzigkeit origineller wird, könnte “Friday Night Dinner” schon eine ziemlich okaye Sitcom werden. Wenn auch vielleicht nicht die Neuerfindung der Britcom.
Wenn schon für nichts anderes, so muß man Robert Popper doch bis in alle Ewigkeit dankbar sein für “Look Around You” (2002 + 2005): Liebevollere Parodien auf das Oldschool-Schulfernsehen gab es nie, und dank der Zusammenarbeit mit Peter Serafinowicz und Unterstützung durch Simon Pegg, Edgar Wright (also praktisch der ganzen “Spaced”-Posse) und viele andere Größen der britischen Sitcom auch nie prominenter besetzte. Wer sie noch nicht hat, dem seien die beiden Staffeln dringendempfohlen, schon weil die DVD-Menüs und -Bonusveranstaltungen ihresgleichen suchen (und für die Kürze der Shows entschädigen). Doch auch um die “Inbetweeners” hat sich Popper verdient gemacht (als Script Editor), um “Peep Show” (als Producer), “The IT Crowd” (Comissioning Editor für Channel 4) und die “Peter Serafinowicz Show” (Writer/Consultant Producer). Manche halten ihn für ein Genie.
Die Latte für seine neue Sitcom “Friday Night Dinner” (Channel 4, ab dem 25.2.) liegt also denkbar hoch, und daß der “Inbetweeners”-Jungstar Simon Bird und Tamsin Greig (“Black Books”, “Episodes”, “Green Wing”) mitspielen und Mark Heap abermals den merkwürdigen Nachbarn geben darf, schraubt die Erwartungen ebenfalls nicht herunter. Dafür sieht der Clip nach einer vergleichsweise konservativen Sitcom aus — in den Kommentaren wird er schon als Mischung aus “Inbetweeners” und Simon Amstells hölzernem “Grandma’s House” beschrieben. Ich aber sage: Das guck ich mir an! Und bin mir noch nicht ganz sicher, ob die Besetzung von Tamsin Greig als Mutter zweier Twens mehr über ihr Alter oder über meines aussagt.
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