Archiv

Artikel Tagged ‘The IT Crowd’

In the News

2. August 2010 3 Kommentare

Ricky Gervais wird abermals Gaststar bei den “Simpsons”: In einer Folge, die Anfang nächsten Jahres ausgestrahlt wird, soll er als er selbst bei der Oscar-Verleihung zu sehen sein. Das berichtet ew.com. Gervais hat bereits 2006 eine Folge der “Simpsons” geschrieben und ist in ihr aufgetreten; die Oscar-Folge wird aber nicht er schreiben. Weitere Gaststars der nächsten “Simpsons”-Staffel werden Halle Berry, Hugh Laurie und Daniel Radcliffe sein.

“The IT Crowd” soll abermals für den US-Markt neu aufgelegt werden. Graham Linehan in einem Chat des Guardian:

They’re working on one at the moment. I’m waiting to see the first script. I have encouraged them to do their own thing and not try to slavishly copy the original. As long as there’s no hugging, no learning, and big setpiece moments, I’ll be happy. I don’t even care if they don’t do it in front of an audience. Whatever works for them.

But if the show moves too far away from what I consider to be the IT Crowd ‘brand’, I’ll be asking them to change the title.

Der erste Versuch einer US-Adaption hat vor drei Jahren NBC unternommen. Darin hat Richard Ayoade seinen Charakter Moss in einer annähernd wörtlichen Übernahme der britischen Version auch noch selbst spielen dürfen, was die ganze Sache einigermaßen absurd machte. Die nie ausgestrahlte Pilotfolge zeigt Chortle — ich finde sie einigermaßen unheimlich, wie aus einem nicht ganz so lustigen Paralleluniversum… Vielleicht wird die neue Adaption ja eigenständiger, etwa so wie die US-Version von “The Office”. Das dürfte jedenfalls die Hoffnung von Linehan sein.

Bewanderte Sitcom

31. Juli 2010 7 Kommentare

Natürlich ist “The Great Outdoors” (BBC4) jedem wirklichen Englandkenner von vorneherein verdorben, ja: auf das Fundament einer faustdicken Lüge gebaut. Denn in einer (der ersten, am Mittwoch ausgestrahlten) Folge dieser Sitcom um einen Wander-Club, dessen Leiter mit einem gewaltigen Lattenschuß allen Mitwanderern auf die Nerven geht, fällt einen ganzen Tag lang erkennbar kein einziger Regentropfen! Ja, die Wanderer kommen nach einer langen Wanderung trockenen Fußes nach Hause! Vollkommen ausgeschlossen, denn in England regnet es jeden Tag, und ganz besonders, wenn jemand wandern gehen möchte. Ich weiß, wovon ich rede! Sieht man über diese unwahrscheinliche Prämisse allerdings großzügig hinweg, ist “The Great Outdoors” gut — und hat das Zeug dazu, noch besser zu werden.

Die Miniserie (leider auf nur drei Folgen angelegt) folgt dem Wanderleiter Bob (Mark Heap), dessen aufgeblasene, eitle und anmaßende Art schwer erträglich ist. Sein bester Freund Tom (Steve Edge) ist ein ausgemachter Simpleton, dem Bobs neurotische Anfälle daher auch nichts ausmachen; Bobs achtzehnjährige Tochter Hazel leidet da schon mehr unter ihrem Vater. Neue Mitglieder, die mal einen Tag lang mitwandern wollen, werfen schnell das Handtuch und setzen sich ab — bis auf Christine (Ruth Jones), die nicht nur eine Regenjacke (ha!) dabei hat, einen riesigen Rucksack, GPS und eine Leuchtpistole, sondern sogar Verpflegung. Um die gibt es prompt Verteilungskämpfe, als sich herausstellt, daß der von Bob angesteuerte Pub auf sündteure Gastronomie umgestellt hat. Logisch, daß Christine schnell und sehr zum Mißfallen Bobs zu einer ernsthaften Konkurrenz in der Club-Führung wird…

Prima, daß Mark Heap sich nie zu schade wird, seine Paraderolle zu spielen: die des tragikkomischen, von Obsessionen geplagten Soziopathen. Damit hatte er seinen Durchbruch in “Spaced” als der krisengeschüttelte Künstler Brian, damit brillierte er als der Hochgeschwindigkeitsneurotiker Alan Statham in “Green Wing”, und gerade sehe ich ihn in “Happiness”, wo er eine ein wenig gedimmte Version dieses Charakters gibt, in der er ebenfalls glänzt. Prima aber auch, daß um Heap etliche weitere hervorragende Comedians aufgestellt sind: Ruth Jones darf mal eine andere Rolle spielen als Staceys dicke Freundin Nessa in “Gavin & Stacey”, Steve Edge (“Star Stories”, “Phoenix Nights”) ist sowieso hervorragend, und Katherine Parkinson (“The IT Crowd”, “Doc Martin”, “The Old Guys”, deren zweite Staffel gerade läuft) ist sich für eine kleinere Rolle in der zweiten Reihe ebenfalls nicht zu schade.

Das liegt vielleicht daran, daß die Autoren der Show, Kevin Cecil und Andy Riley, zwar noch keine Namen haben, bei denen es jedem Comedyfan in den Ohren klingelt, das das aber nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte: die beiden haben schon nach Graham Linehans Abschied von “Black Books” seinen Platz als Autoren eingenommen, für die “Armando Iannucci Show” geschrieben, für “Little Britain”, “Armstrong & Miller”, “Smack the Pony” und “Trigger Happy TV”. Ihre erste eigene Serie “Hyperdrive” sei ihnen verziehen — zum Ausgleich für diese eher mittelgute Moppel-im-Weltall-Comedy (mit Miranda Hart und Nick Frost) hat ja Andy Riley etliche Comicbücher gezeichnet, die ich auf diesem Weg auch jedem ans Herz legen kann: “Bunny Suicides” und “Great Lies to Tell Small Kids”. Kaufen! Jetzt sofort!

Is IT funny?

27. Juni 2010 4 Kommentare

Drei große Momente bräuchte es, hat “IT Crowd”-Schöpfer Graham Linehan kürzlich zu Protokoll gegeben, um eine Sitcom-Folge zu stemmen. Auf die Story selbst käme es dann gar nicht mehr so sehr an, so lange auf diese drei Schlüsselszenen plausibel hingearbeitet werde, in denen sich alles verdichtet und in einem großen Feuerwerk der Komik explodiert. Das halte ich für plausibel, und aus Linehans (zusammen mit Arthur Mathews erschaffenes) Groß-Oeuvre “Father Ted” wüßte ich auch Dutzende Beispiele aufzuzählen.

Aus “The IT Crowd” leider nicht.

Vielleicht liegt das daran, daß es neben den drei großen, komischen Momenten pro Folge noch etwas anderes braucht: Nämlich lebendige Charaktere. Und so leicht es mir fiele, für den großartigen Kindskopf Father Dougal oder den delirierenden Father Jack Gags zu schreiben, so schwer fände ich es, Figuren wie Jen, Roy oder Moss zu bedienen — sie leben einfach nicht. Von Reynholm ganz zu schweigen. Ein ähnliches Problem hätte ich mit “Futurama” im Gegensatz zu den “Simpsons”: bei den “Simpsons” haben alle Charaktere ein Eigenleben, man schließt sie ins Herz wie Familienmitglieder. Fry, Bender und Leela sehe ich gerne zu, aber die große Liebe ist es nicht (und nicht nur bei mir nicht, auf Dan’s Media Digest kommt zu ähnlichen Schlüssen bzgl. “Futurama” wie “IT Crowd”).

Ich könnte jetzt gar nicht sagen, daß mich die erste Folge der neuen Staffel “IT Crowd”, “Jen The Fredo”, besonders enttäuscht hätte — sie ist auf dem gleichen Niveau wie die anderen auch. ((Achtung, Spoiler!)) Jen (Katherine Parkinson) möchte unbedingt “Entertainment Officer” von Reynholm Industries werden, nicht ahnend, daß das hauptsächlich bedeutet, machistische Manager nach Feierabend in Clubs im Rotlichviertel zu schleppen. Gleichzeitig plagt sich Roy (Chris O’Dowd) mit Liebeskummer herum, und Moss (Richard Ayoade) geht ganz in Rollenspielen auf. Eine Klimax erreicht die Folge, als Jen die Manager (nachdem der gemeinsame Besuch der “Vagina-Monologe” ein veritabler Reinfall war) mit ins IT-Büro schleppt, wo sie zusammen ein Fantasy-Rollenspiel beginnen. Dieses Rollenspiel wiederum nutzt Moss, um in der Rolle einer Elfe (oder was) Roys Liebeskummer zu lindern, indem er ihm in einer anrührend-komischen Szene einen Abschied von seiner Freundin ermöglicht. ((Spoiler Ende))

Das ist, wie “Futurama”, gut wegzugucken, keine Frage. Es gibt momentan auch kaum andere Britcoms, die “The IT Crowd” Konkurrenz machten, zumindest nicht auf dem Feld der altmodischen Fourth Wall-Sitcom vor Live-Publikum. Ich bin auch immer noch Graham Linehan sehr zugetan und werde alles, was er tut, mit Sympathie verfolgen. Auch “The IT Crowd” werde ich weiter gucken, auch wenn ich mich nicht gerade zu den Nerds und Geeks zählen würde, die da reich mit Anspielungen auf Rollenspiele bedient werden, die ich nicht gespielt habe, mit Computerzeugs in der Kulisse, die ich nicht erkenne, und mit Sprüchen auf Aufklebern, T-Shirts und Postern, die ich nie verstehen werde. Aber richtig laut lachen muß ich dann doch nur, wenn ich mir zum hundertsten Mal ansehe, wie Mrs. Doyle vom Dach fällt. Ach was, da muß ich schon lachen, wenn ich es mir nur beim Hinschreiben hier gerade vorstelle…

Three big moments – that’s IT Crowd

17. Juni 2010 2 Kommentare

Nächsten Freitag beginnt die vierte Staffel “The IT Crowd” (Channel 4, 2006 -), und schon jetzt gibt Graham Linehan in einem schönen Interview im British Comedy Guide zu Protokoll, wie er die Episoden seiner fantastischen Sitcoms (“Father Ted”, “Black Books”) aufbaut: nämlich weniger vermittels ausgeklügelter Plots, sondern um große, lustige Momente herum. Jede Folge brauche “three big moments”, die sich am nächsten Tag alle weitererzählten, dazu etliche Gags, die auf diese Momente hinarbeiten, und Gags, die daran anschließen. Aufgabe des Autors sei es, eine Story so zu stricken, daß diese drei Momente plausibel erscheinen. An diesen großen Gag-Momenten, die immer vorrangig visuelle Gags sind, Slapstick, physical comedy, waren tatsächlich weder “Father Ted” noch “Black Books” arm — egal, ob da Bischöfen in den Hintern getreten wird, Haushälterinnen vom Dach fallen, Hamster auf kleinen Fahrrädern fahren oder Gitarren kaputtgeschossen wurden: Immer sind es  komische Bilder, die im Gedächtnis bleiben.

Außerdem berichtet Linehan, in der nächsten Staffel noch mehr Wert auf “nerd storylines” gelegt zu haben, ungeachtet der Tatsache, daß vielleicht ein großer Teil der Zuschauer gar nicht versteht, worum es überhaupt geht, wie Twitter ihm bei der Arbeit hilft und wie das Team versucht, das Studiopublikum bei der Aufzeichnung in die Show einzubeziehen.

Hier ein Trailer:

“The IT Crowd”: Series 5 schon bestellt

27. Mai 2010 10 Kommentare

Noch vor der für Juni geplanten Ausstrahlung der vierten Staffel “The IT Crowd”, der Erfolgs-Sitcom von “Father Ted”-Autor Graham Linehan rund um eine supernerdige Computer-Abteilung, hat Channel 4 offenbar grünes Licht gegeben für eine fünfte. Das hat Graham Linehan im Rahmen einer Vorführung der nächsten Staffel per Twitter mitgeteilt. Für die fünfte Staffel möchte Linehan, der bislang alle Episoden selbst geschrieben hat, ein Autorenteam zusammenstellen. Der Schaden der Serie soll es nicht sein, beginnen doch nicht selten die schönsten Sitcoms nach drei Staffeln zu schwächeln.

Your bits on “The IT Crowd”

15. Februar 2010 18 Kommentare

Die vierte Staffel “IT Crowd” wirft ihren langen Schatten voraus: Fünfeinhalb Drehbücher sind fertig, drei Wochen bis Drehbeginn, Casting hat begonnen, nächste Woche werden Locations gesucht. Bis dahin hätte Graham Linehan, geistiger Vater der IT-People, gerne noch allerlei Nerd-Sperenzchen, mit denen das Büro von Roy und Moss dekoriert werden kann — und zwar von seinen Fans. Wer also noch Poster, Aufkleber, lustige Gerätschaften, T-Shirts usw. hat, die die eigenwillige Atmosphäre unterstützen, oder gute Kontakte zu den Produzenten von “Star Trek”, von denen Linehan gerne eine Freigabe für einen nicht näher beschriebenen Star-Trek-Gag hätte: Der melde sich bitte bei Father Ted Linehan.

(Interessanterweise sind alle drei Trackbacks unter Linehans Blogeintrag von deutschen Seiten. Ob er sich wohl fragt, was das zu bedeuten hat? Was hat es eigentlich zu bedeuten?)