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Artikel Tagged ‘Ricky Gervais’

Noch eine Behindi-Sitcom von Ricky Gervais?! Life’s too short!

26. November 2011 5 Kommentare

Ricky Gervais arbeitet an einer neuen Sitcom, die auf einem Sketch aus der Prä-”The Office”-Zeit beruht: “Derek”, nach dem von Gervais gespielten, geistig behinderten Charakter Derek Noakes. Hier ist ein Clip:

Derek wird, zusammen mit einem älteren Partner (gespielt womöglich von Sean Connery), in einem Altenheim leben; ein Pilot wird gerade in London gedreht. Gerüchten zufolge soll die Serie, so sie denn kommissioniert wird, auf Channel 4 laufen.

Persönlich könnte ich sehr gut auf eine weitere Behindi-Sitcom von Ricky Gervais verzichten, ist doch nach der dritten Folge “Life’s Too Short” (BBC2) mittlerweile klar, daß diese Serie einer der größeren Sitcom-Reinfälle des Jahres ist. Die dritte Folge (mit einer vollkommen unlustigen Helena Bonham-Carter als Gaststar) lebte praktisch nur noch von sehr erwartbaren Zwergenwitzen, die sich bisweilen eher nach einer Parodie auf Gervais-Sitcoms anfühlten als nach genuinen Gervais-Scherzen. Spätestens nach der Szene, als Warwick Davis einen Schüler vor der ganzen Klasse zusammenstauchen will, weil der ihn im Internet beschimpft hat, und sich prompt rausstellt, daß dieser Schüler selbst schwerstbehindert ist, war bei mir alle Bereitschaft erloschen, mich nochmal auf diese Form von Grausamkeitshumor einzulassen. Es hätte also gar nicht der Bloßstellung eines anderen Kleinwüchsigen bedurft, dessen darstellerische Unfähigkeit aufs Korn genommen wurde, obwohl bzw. gerade weil sie erkennbar echt war. Genau diesen Kleinwüchsigen dann dazu zu bringen, vor der Kamera die Hosen runterzulassen und über seinen eigenen Schniedel zu kotzen, ähm, nun ja — nicht meine Tasse Tee.

Die Zuschauerzahlen, mittlerweile sehen nur noch halb so viele zu wie bei der ersten Folge, sprechen da schon eine recht deutliche Sprache; möglicherweise auch deshalb will Gervais so schnell wie möglich sein nächstes Projekt eintüten. Aber jetzt kommen ja erst mal die Golden Globes, und damit wieder jede Menge Witze, die Amerikaner vermutlich abermals als “böse” und “schwarz” empfinden werden, nicht aber Engländer, und ich auch nicht.

Er tut’s schon wieder

17. November 2011 4 Kommentare

Obwohl er nach der letztjährigen Aufregung um Mel-Gibson-Scherze und Robert-Downey-Jr-Gags eigentlich die Golden Globes nicht mehr moderieren wollte, tut er es nun doch wieder: Ricky Gervais will be back, und “it’s gonna be biblical” (so Gervais via Twitter).

Ob es wirklich so biblisch wird, wenn der Tag der offenen Tür in der Gervais’schen Skandalnudelfabrik zur alljährlichen Institution wird: Hmja, schaumermal. Ich wette, da werden wieder jede Menge Grenzen der Satire überschritten.

Die Golden Globes werden am 15. Januar verliehen.

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Eine Sitcom von Ricky Gervais ist eine Sitcom von Ricky Gervais ist eine…

11. November 2011 2 Kommentare

Die Sitcoms von Ricky Gervais, seine Gastauftritte bei “Curb Your Enthusiasm” und den “Simpsons”, für die er auch eine ganze Folge geschrieben hat, sein gesamtes Oeuvre ist motivisch und stilistisch verbunden: Man kennt sein Faible für einen realistischen Ansatz, sei es der einer penibel durchgeschriebenen Mockumentary (“Office”) oder eher improvisiert (“Curb”). Man weiß um seine phantastischen Connections zur A-List-Prominenz aus Film und Musik, die gerne ihrerseits Gastauftritte in seinen Produktionen absolviert. Und man kennt seine Charaktere, deren soziale Auffälligkeiten bei gleichzeitigem Unvermögen entweder bedeuten, daß sie gedemütigt werden oder andere demütigen. Dieses Bullying kann, wie im Falle Karl Pilkingtons und der “Ricky Gervais Show” bzw. “An Idiot Abroad”, manchmal auch ein bißchen ermüden.

Tut Gervais also das Erwartbare bei seiner neuen Sitcom “Life’s Too Short” (BBC2, seit gestern)?

Ja, das tut. O Mann, und wie er das tut.

*Spoiler ahead!*

Zu Beginn der ersten Folge treffen wir auf einen überraschend seriösen Geschäftsmann: Warwick Davis wird, mit seinem eigenen Kommentar aus dem Off, als Schauspieler und Schauspieler-Agent für Kleinwüchsige präsentiert, der mit seiner gut (aber nicht phantastisch) aussehenden Frau in einem repräsentablen Haus wohnt, einen Geländewagen fährt, stets im Anzug zu sehen ist und seine Erfolge von gestern stolz präsentiert, als er als Ewok in den “Star Wars”-Filmen zu sehen war und schon in Hollywood angekommen schien. Recht schnell blicken wir aber hinter die Fassade: Von seiner Frau hat er sich gerade getrennt und sollte eigentlich schon aus dem Haus ausgezogen sein; die von ihm vermittelten Schauspieler sind keine wirklichen Größen (haha!), und George Lucas hat schon sehr, sehr lange nicht mehr angerufen.

Als Davis dann Stephen Merchant und Gervais in deren Büro aufsucht (wo Merchant und Gervais albernerweise wie bei Pilkingtons Reiseserie an einem Schreibtisch nebeneinander sitzen), kommt die erste ungemütliche Szene: Die beiden haben keine Arbeit für ihn, wollen ihn eigentlich nur möglichst schnell wieder loswerden — woran Davis allerdings schon gewöhnt zu sein scheint.

Davis nächster Gang führt ihn zu seinem vollkommen vertrottelten Buchhalter, der ihm offenbart, das Finanzamt erwarte eine Nachzahlung von 250 000 Pfund — er habe mal nachgerechnet und sei aber nur auf anfallende Steuern in Höhe von 50 000 Pfund gekommen. Dann habe er mit dem Finanzamt verhandelt. — Und? — Sie wollen 250 000 Pfund.

Zuguterletzt treffen in der mit Abstand komischsten Szene der ersten Folge, abermals bei Merchant und Gervais im Büro, alle drei auf Liam Neeson, der mit seinem “Schindlers Liste”-Gesicht erzählt, er wolle ins Comedy-Fach wechseln. Er besteht darauf, sofort eine Impro-Nummer mit Gervais zu spielen, und ruiniert diese vollkommen — und höchst unterhaltsam.

*Spoiler Ende*

Man kann in Davis Spiel unschwer die Manierismen Gervais’ erkennen: Seinen Sprachduktus, seine Art, mit der Präsenz der Kamera umzugehen. Und man kann in vielen Szenen, wie ich das oben ja schon getan habe, die Zutaten deutlich rausschmecken, die Gervais auch bei seinen früheren Werken schon eingesetzt hat: die Kamera aus “The Office”, die Stars aus “Extras” (in der nächsten Folge wird Sting dabei sein), das Bullying aus “An Idiot Abroad”.

Aber ist das wirklich kritikabel? Wenn die Geschichten gut sind, warum nicht auf bewährte Mittel setzen? Wer eine Sitcom von Ricky Gervais sehen möchte: Der kriegt eine Sitcom von Gervais, nichts anderes.

Ob die Geschichten gut genug sind, ist eine andere Frage. Die zu beantworten aber noch zu früh ist: Wir haben ja gerade einmal die Vorstellung der Figuren gesehen und wie die Fallen aufgestellt werden, in die sie während der nächsten Folgen treten werden. Ob das Zuschnappen dieser Fallen dann überraschend genug ist für einen weiteren Erfolg a lá “Extras”? Schaumermal.

The days are (out-)numbered

10. September 2011 1 Kommentar

Die vierte Staffel “Outnumbered” (BBC1) hat begonnen — und zwar mit einem sehr beunruhigenden Gefühl meinerseits. Denn einerseits liebe ich diese Familien-Sitcom, seit sie vor vier Jahren gestartet ist. Andererseits ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen, daß die Premisse der ganzen Serie auf immer wackeligeren Beinen steht.

Denn die Spannungen, die Verhältnisse zueinander in einer Familie verschieben sich, wenn die Kinder älter werden. Und war es in der letzten Staffel Jake (Tyger Drew-Honey), der sich dank Pubertät und Stimmbruch überraschend schnell verändert hatte, so ist es in dieser Karen (Ramona Marquez), die jüngste, die mittlerweile neun ist — und einen irritierenden Schub weg von unschuldig-niedlich hin zu moppelig-hochgeschossen hinter sich hat.

In der letzten Staffel hatten Andy Hamilton und Guy Jenkin Jakes Pubertät thematisch angemesse in die “Outnumbered”-Skripte eingebaut. Da ging es dann verstärkt um Freundinnen und illegale Musikdownloads, was seiner Figur des ältesten Kindes der Familie völlig entsprach, das mit dem Älterwerden andere und größere Probleme hat als seine Nachgeborenen.

Bei der ersten Folge der neuen Staffel aber kam es mir so vor, als hätte Karen ihre kindliche Phantasiewelt nicht verlassen dürfen, um weiterhin skurrilen und mädchenhaft versponnenen Quatsch reden zu dürfen, auf den Ben (Daniel Roche, mittlerweile elf) weiterhin mit seinen eher jungshaften Gewaltphantasien reagieren kann. Dafür, das zumindest war mein Eindruck, ist sie aber mittlerweile doch ein bißchen zu alt (vielleicht auch nur zu groß) — was im ersten Moment sehr befremdlich wirkte (um mal nicht das Wort “Zombie” zu verwenden).

Andererseits habe ich selbst keine Kinder, kann also gar nicht angemessen beurteilen, wie erwachsen Kinder in welchem Alter so sind oder sein können — womöglich ist es schlicht meine eigene Übertragung eines ganz anderen Problems auf Karen: Nämlich daß ich ein immer verzweifelteres Festhalten an alten Sitcom-Ideen bemerke, statt daß langsam mal neue Serien mit neuen Ideen probiert werden. Nichts gegen die Fortsetzung beliebter Serien, aber die alte Tradition des englischen Fernsehens, Sitcoms nach zwei, spätestens drei Staffeln zu beenden, hatte schon ihren Sinn: Meistens sind die Serien an diesem Punkt nämlich auserzählt, und es schadet nie, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Schon um Platz für Neues machen zu können. Die letzte, vierte Staffel “Lead Balloon” (BBC2) machte da keine Ausnahme.

An Neuem aber hapert es gerade gewaltig. Was natürlich nicht zuletzt ein Grund dafür ist, daß dieses Blog in letzter Zeit so selten mit Lobeshymnen über neue Serien aufwartet. Weder “Trollied” (Sky1) noch “Mount Pleasant” (ebenfalls Sky1) haben meine Erwartungen erfüllt, und die größten Nachrichten aus dem britischen Comedybusiness heißen derzeit “The Fast Show” kommt im Internet zurück (wie vor Jahresfrist “Alan Partridge” gesponsert von der Brauerei eines bestenfalls mittelmäßigen Biers), “AbFab” kommt mit einem Extra zurück, Ricky Gervais moderiert die “Golden Globes” zumindest in einem Podcast doch noch einmal, ach je, kann bitte mal jemand das Fenster aufmachen und ein bißchen frische Luft reinlassen? Es wird langsam doch arg stickig. Danke!

“Ideal” abgesetzt, Golden Globes ohne Gervais, neue Sky-Sitcoms

4. August 2011 5 Kommentare

Nach sieben Jahren und ebensovielen Staffeln setzt BBC3 die Kiffer-Sitcom “Ideal” mit Johnny Vegas als Kleindealer ab. Obwohl die Einschaltquoten höher sind denn je, hat der neue BBC3-Controller Zai Bennett, wie neue Chefs das halt so machen, fast alle Comedies abgesetzt, die seine Vorgänger installiert hatten. Nur “Mongrels” und “Russell Howard’s Good News” werden weiterlaufen. Autor Graham Duff, selbst in der Show als Graham Brian zu sehen, dankt den Fans weltweit — “Ideal” wird mittlerweile in den USA und selbst in Finnland ausgestrahlt — und ist gleichermaßen stolz und frustriert, daß seine Show zu einem Zeitpunkt abgesetzt wird, an dem sie die besten Kritiken, die profiliertesten Gaststars und die meisten Zuschauer hat. “Ideal” stammt aus der Produktionsfirma Baby Cow von Steve Coogan und Henry Normal.

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Ricky Gervais will nicht noch einmal die Golden Globes moderieren, berichtet die Sun. Er habe es jetzt zweimal getan und werde es wahrscheinlich dabei belassen. Außerdem verteidigt er sich abermals gegen Kritiker, die ihm seine Scherze während der letzten Globes-Zeremonie immer noch nachtragen: “I didn’t do anything wrong. I was poking fun at a room full of people who pretend to be someone else all day. It wasn’t a room which was full of wounded soldiers. These are Hollywood actors!”

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Sky1 hat einige neue Sitcoms auf dem Zettel: “The Cafe” mit Ralf Little (“Royle Family”) wird, Überraschung, in einem Café in Weston-Super-Mare (Somerset) spielen; “Mount Pleasant” aus der Produktionsschmiede Tiger Aspect (“Benidorm”) soll ein ComedyDrama mit etlichen semiprominenten Schauspielern aus “Shameless”, “Skins”, “Teachers” und “Peep Show” werden. “Trollied” schließlich (Premiere heute abend) stammt aus der Feder von Julie Rutterford (“Shameless”, “Life on Mars”) und ist evtl. als Vehikel für Jane Horrocks gedacht, die dem einen oder anderen noch als nervtötend dämliche Persönliche Assistentin Bubble aus “Absolutely Fabulous” bekannt sein könnte. Mit von der Partie sein wird Jason Watkins (“Being Human”), produziert hat das ganze Ash Atalla, der schon “The Office” und einige Folgen “The IT Crowd” in seinem Lebenslauf stehen hat. Hier ein Trailer:

“Life’s Too Short” – Trailer

15. Juli 2011 3 Kommentare

Ricky Gervais stellt Warwick Davis vor, den Hauptdarsteller aus Gervais’ und Stephen Merchants nächster Sitcom “Life’s Too Short” vor. Was mich aber viel mehr interessieren würde: Warum sind da im Hintergrund Schauspieler in “Star Wars”-Kostümen zu sehen, die sich offenbar gerade auf ein Bankett vorbereiten…?